Sinaia besuchen
Sinaia liegt im Prahova-Tal in Rumänien, direkt am Fuße der Bucegi-Berge. Die Stadtgeschichte nahm 1690 ihren Anfang, als Fürst Mihail Cantacuzino nach einer Pilgerreise zum Berg Sinai in Ägypten ein Kloster errichten ließ. Die Anlage ist bis heute erhalten: Hinter einer massiven Mauer verbirgt sich unter anderem die erste ins Rumänische übersetzte Bibel. Über die Jahrhunderte wandelte sich der Ort zu einem der bedeutendsten Skigebiete in Rumänien. Während das Stadtzentrum durch den Ausbau für den Wintersport stark modernisiert wurde, bewahrten sich die höher gelegenen Viertel ihren ruhigen Charakter, wo zahlreiche Häuser im sächsischen Stil an Bergstationen in der Schweiz erinnern.
Das majestätische Schloss Peleș in Sinaia
Das eigentliche Wahrzeichen von Sinaia ist das prunkvolle Schloss Peleș, ein neorenaissancistischer Bau mit markanten Türmen und aufwendigen Holzarbeiten. Diese königliche Residenz entstand im 19. Jahrhundert auf Wunsch von König Carol I. von Rumänien. Das Schloss umfasst 160 Räume, darunter einen orientalisch gestalteten Salon, ein eigenes Kino, einen Musiksaal und eine imposante Bibliothek. Rund 2000 Gemälde schmücken die Innenräume. Für die damalige Zeit war das Schloss technologisch wegweisend, denn es verfügte über eine Zentralheizung und elektrisches Licht. Der polnische Ingenieur Franciszek Rychnowski, der diese Anlagen konzipierte, wurde für seine Arbeit vom König von Rumänien persönlich mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.
Neben dem Hauptschloss bietet Sinaia weitere sehenswerte Villen aus dem 19. Jahrhundert, wie das im Art Nouveau-Stil errichtete Schloss Pelișor oder die Villa Luminiș, in der der französisch-rumänische Komponist Georges Enesco wohnte.
Zwischen Tradition und Moderne
Dank der königlichen Vergangenheit entwickelte sich Sinaia früh zu einem Zentrum für Tourismus, Kuraufenthalte und später für den Bergsport. Die Stadt ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Bucegi-Gebirge. Der dortige Naturpark ist für seine bizarren Felsformationen bekannt, darunter die berühmte Sphinx der Bucegi, die seit langem Gegenstand zahlreicher Mythen ist. Im Winter verwandelt sich der Ort in ein lebendiges Skigebiet. Seilbahnen führen direkt von Sinaia in die Gipfelregionen. Wer in der unberührten Natur der südlichen Karpaten unterwegs ist, sollte stets auf Wildtiere wie Braunbären oder Luchse achten.
Wann ist die beste Reisezeit?
Sinaia ist ganzjährig ein lohnendes Ziel, je nachdem, ob man wandern oder Skifahren möchte. Vorsicht ist lediglich in den Monaten Dezember, Januar und Februar geboten, wenn die Temperaturen in der Region auf bis zu -20 °C sinken können.
Anreise
Sinaia ist von București aus leicht erreichbar. Über die Nationalstraße DN1 dauert die Fahrt mit dem Auto etwa 1,5 bis 2 Stunden, alternativ verbindet ein Zug die rumänische Hauptstadt in rund 1:30 Stunden mit Sinaia.