Besuch in Kalambaka
In der Thessalien, jener zentralgriechischen Region, die als mythologische Heimat der Kentauren gilt, liegt Kalambaka. Die Kleinstadt besticht weniger durch ihr urbanes Zentrum als durch ihre außergewöhnliche Lage. Eingebettet in die Bergwelt bietet sie ein beeindruckendes Panorama und dient als idealer Ausgangspunkt für Outdoor-Aktivitäten. Dass so viele Reisende den Weg hierher finden, liegt jedoch an einem weltweit einzigartigen Anblick: den Meteora-Felsen mit ihren spektakulären, auf den Gipfeln thronenden Klöstern.
Stadtbild zwischen den Felsen
Der Hauptplatz von Kalambaka, auf dem Wasserfontänen in die Höhe schießen, gibt den Ton an: Die alles überragenden Meteora-Felsen sind von fast jedem Punkt der Straßen aus präsent. Der Mythologie nach wurden diese massiven Gesteinsformationen aus dem Tertiär vom Himmel herabgesandt, und beim Anblick der steilen Felsnadeln fällt es leicht, dies zu glauben. Die Kulisse ist überall beeindruckend, und im Stadtzentrum laden zahlreiche Tavernen dazu ein, den Ausblick bei einer Fleischpastete zu genießen. Nur wenige Meter von der Hauptstraße entfernt bietet das Museum für Naturgeschichte und Pilzkunde mit einer Sammlung von 350 Säugetieren und Vögeln einen Einblick in die Flora und Fauna der thessalischen Ebene. Etwas kleiner und persönlicher ist das Museum der hellenischen Kultur, das sich mit der Mythologie nach Äsop und den Künstlern befasst, die die Meteora-Felsen in ihren Werken verewigt haben. Nördlich von Kalambaka, direkt unter dem Felsen Aea, befindet sich die Byzantinische Kirche Mariä Himmelfahrt. Sie wurde auf den Überresten eines antiken Tempels errichtet, verfügt über drei Schiffe und zählt mit ihren gut erhaltenen Fresken zu den ältesten Kirchen des Landes.
Klöster zwischen Himmel und Erde
Die Umgebung macht Kalambaka zu einem beliebten Startpunkt für Wanderungen, und der 8 km lange Pinios-Fluss ist ein ideales Revier für Rafting-Touren. Dennoch sind die wahren Wahrzeichen der Region die Meteora-Klöster. Ursprünglich wurden 24 religiöse Stätten auf den Felsspitzen errichtet. Heute sind davon noch 13 erhalten, von denen sechs besichtigt werden können. Ein 17 km langer Rundweg führt zu diesen architektonischen Meisterleistungen, die heute bequem über Treppen erreichbar sind. Die Gebäude entstanden zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert. Das älteste und zugleich größte ist das Megalo Meteoro aus dem Jahr 1382. Zu den weiteren Eindrücken zählen das beeindruckende Varlaam-Kloster, das kleine Agios Nikolaos, das von Nonnen bewohnte Roussano mit seinem gepflegten Garten sowie das schwindelerregend gelegene Aghia Triada und Agios Stefanos mit seinen zwei Kirchen. Alle diese Stätten hinterlassen einen tiefen Eindruck, der nicht zuletzt durch die schiere Unmöglichkeit ihrer Erbauung befeuert wird. Aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung ist die gesamte Anlage heute Teil des UNESCO-Welterbes.
Beste Reisezeit
Zwischen November und Ende März ist es in Kalambaka oft kalt und verschneit. Die beste Reisezeit liegt daher zwischen April und Oktober.
Anreise
Aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz fliegst du am besten nach Athen (375 km entfernt) oder Ioannina (103 km entfernt). Von beiden Flughäfen aus erreichst du Kalambaka mit dem Mietwagen, dem Bus oder dem Zug.
Kalambaka ist eine kleine Stadt, die man schnell besichtigen kann. Sie ist nicht sehr groß, hat aber ihren ganz eigenen lokalen Charme. Die kleinen Gassen und vor allem die lokalen Restaurants sind einen Abstecher wert. Es ist der ideale Ort für einen Aufenthalt, bevor man die berühmten Klöster von Meteora besucht.