Biscarrosse besuchen
Biscarrosse ist ein Badeort im Südwesten von Frankreich, der vor allem für seine Surfspots bekannt ist. Die Stadt liegt in den Landes, direkt an der Grenze zum Département Gironde. Der Name leitet sich vermutlich vom baskischen Wort "biskar" ab, was so viel wie "der Kamm" oder "der Bergrücken" bedeutet. Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück: Bereits im Mittelalter entstand hier eine erste Burg, die im 16. Jahrhundert in ein Schloss im Renaissancestil umgebaut wurde, das heutige château de Montbron. Während des Hundertjährigen Krieges wurde es von englischen Truppen unter dem Prince Noir, dem Fürsten von Aquitanien und Wales, besetzt.
Zwischen großen Seen und dem Atlantik
Die Lage von Biscarrosse ist ideal, da sie sowohl den Atlantikstrand als auch drei große Seen umfasst. Dazu gehört der lac de Cazaux et de Sanguinet, der mit einer Fläche von über 5.000 Hektar der zweitgrößte See Frankreichs ist. Das Angebot an Wassersport ist groß: Du kannst auf den Seen Stand-up-Paddeln oder Kajak fahren, während dich am Atlantik 4 Kilometer feiner Sandstrand erwarten. Zu den wichtigsten Abschnitten zählen die plage Sud, die plage Centrale, die plage Nord und die plage du Vivier. Wer es actionreich mag, besucht das Aquapark, den nach eigenen Angaben weltweit größten aufblasbaren Wasserpark, oder spielt eine Runde auf dem Golfplatz, der direkt in der Nähe der Seen liegt.
In den 1930er Jahren spielte Biscarrosse eine wichtige Rolle für die französische Luftfahrtindustrie, als sich die Firma Latécoère hier niederließ. An den Ufern des Sees wurden eine Montagehalle für Wasserflugzeuge errichtet und 1930 der erste Flug absolviert. Berühmte Piloten wie Saint-Exupéry und Jean Mermoz waren hier regelmäßig zu Gast. Heute dokumentiert das muséee de l'hydraviation die technologische Entwicklung dieser Ära.
Natur, Kulturerbe und Traditionen der Landes
Biscarrosse ist von den Wäldern der Landes umgeben. Diese Pinienwälder wurden im 18. Jahrhundert gepflanzt, um die Wanderdünen zu stoppen. Heute bilden sie ein weitläufiges Gebiet, das du hervorragend zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden kannst.
Im alten Stadtkern gibt es einige historische Zeugnisse, allen voran die église fortifiée de Saint-Martin. Sie wurde zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert aus Garluche errichtet, einem für die Region typischen, eisenhaltigen Sandstein. Einen tieferen Einblick in die lokalen Bräuche und die Geschichte bietet das musée des traditions et histoires de Biscarrosse, zu dem auch ein pädagogischer Bauernhof gehört.
Ein besonderes Stück Geschichte war einst die Orme Ancien, eine 600 Jahre alte Ulme. Nachdem der Baum 2013 einer Krankheit zum Opfer fiel, schuf die Künstlerin Olga Kisseleva eine Skulptur, die an ihn erinnert.
Wann ist die beste Reisezeit?
In der warmen Jahreszeit bietet Biscarrosse zahlreiche Outdoor-Aktivitäten. Beachte jedoch, dass es in der Hochsaison im Juli und August sehr voll werden kann.
Wie kommt man hin?
Da es keinen direkten Bahnanschluss gibt, ist die Anreise mit dem Auto am flexibelsten. Im Sommer verbindet der BiscaBus das Stadtzentrum täglich mit den Stränden. Radfahrer aufgepasst: Die Vélodyssée, eine bekannte Fernradroute von Roscoff nach Bayonne, führt direkt durch Biscarrosse.
Zwischen dem Atlantischen Ozean, den Pinienwäldern der Landes, den Sandstränden, den Surfspots, den großen Seen und der Dune du Pilat, die nicht weit entfernt ist, gibt es wirklich tolle Dinge in der Region zu sehen. Außerdem findet man bei den Unterkünften von Ferienwohnungen bis hin zu Campingplätzen etwas für jeden Geschmack und jedes Budget.