Dinan besuchen
Die im Département Côtes-d'Armor in der Bretagne gelegene Hafenstadt Dinan zählt zu den am besten erhaltenen befestigten Orten Frankreichs. Wer durch die Gassen schlendert, bleibt unweigerlich vor den zahlreichen Fachwerkhäusern stehen, die das Stadtbild seit dem 15. und 16. Jahrhundert prägen.
Mittelalterliches Flair
Dinan gilt als eine der meistfotografierten Städte Frankreichs. Mit ihren herrschaftlichen Gebäuden, den engen mittelalterlichen Gassen und der intakten Stadtmauer ist das kaum verwunderlich. Als Stadt der Kunst und Geschichte zieht sie seit Jahrhunderten Händler und Handwerker an. Auch heute noch lässt sich das mittelalterliche Erbe in den Werkstätten der Weber, Glasbläser und Vergolder spüren, die das Stadtbild bereichern. Für eine Zeitreise in die Vergangenheit empfiehlt sich die Fête des Remparts, die seit 1983 alle zwei Jahre stattfindet. Mittelalterliche Märkte, Kostümbälle und Ritterturniere machen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.
Sehenswertes mit Charakter
Ein Blick nach oben lohnt sich, denn die über 130 erhaltenen Fachwerkhäuser machen den besonderen Charme der Altstadt aus. Zu den markantesten Bauwerken gehören das couvent des Cordeliers und die basilique Saint-Sauveur. Letztere ist ein unvollendetes Meisterwerk, dessen Bau im 12. Jahrhundert begann und in der bis heute das Herz von Bertrand du Guesclin, einem Helden des Hundertjährigen Krieges, ruht. Ein absolutes Muss ist die rue du Jerzual. Die Steigung von 12 bis 18 Grad auf über 500 Metern Strecke erfordert zwar etwas Kondition, doch das historische Ambiente ist die Anstrengung wert. Wer es sportlich mag: Jährlich findet hier ein anspruchsvoller Lauf statt.
Hoch hinaus und am Wasser
Wer Weitblick sucht, steigt auf das Château oder den Tour de l'Horloge. Auch die 2,7 Kilometer lange Stadtmauer lässt sich bei einem geführten Rundgang erkunden. Danach führt der Weg hinunter zum port de Dinan. Hier laden zahlreiche Restaurantterrassen dazu ein, eine klassische bretonische Crêpe zu genießen. Von dort aus lässt sich das Ufer der Rance über den alten Treidelpfad erkunden, vorbei an einem beeindruckenden Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert.
Die beste Reisezeit
Dinan ist das ganze Jahr über einen Besuch wert, besonders um das architektonische Erbe in Ruhe zu betrachten. Die warme Jahreszeit eignet sich jedoch am besten für ausgedehnte Spaziergänge entlang der Rance. Zudem haben im Sommer deutlich mehr Geschäfte, Restaurants und Unterkünfte geöffnet.
Anreise
Der nächste größere Flughafen befindet sich in Rennes. Von dort sind es etwa 45 Minuten mit dem voiture bis nach Dinan. Wer nicht mit dem eigenen Auto unterwegs ist, kann bequem den TER-Regionalzug nutzen. Mit dem Pkw beträgt die Fahrtzeit von Paris aus etwa 3 Stunden und 50 Minuten, ab Nantes sind es rund 2 Stunden.
Dinan ist eine überraschende mittelalterliche Stadt, die fast in der Vergangenheit stehen geblieben ist. Umgeben von diesen Stadtmauern bietet der Ort Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflastergassen, die manchmal etwas unpraktisch sind, zahlreiche Restaurants mit lokalen Produkten und kleine Läden mit alten Büchern, Gemälden oder auch Süßwaren. Das Fête des Remparts, das alle zwei Jahre stattfindet, unterstreicht diese mittelalterliche Atmosphäre. Aber Dinan ist auch ein Fischerhafen an der Rance. Man braucht ein wenig Mut, um die gepflasterte Gasse, die rue du petit fort, hinunter und vor allem wieder herauf zu gehen (für uns war es an diesem Tag mit einem Kinderwagen), aber hier ändert sich die Stimmung komplett. Das Viadukt von Dinan, die Ufer der Rance, die Fischerboote, da vergisst man schnell, dass man den Weg später wieder zurück muss!