New Orleans besuchen, zwischen Musik, Geschichte und kreolischen Aromen
Als Wiege des Jazz und Treffpunkt verschiedener Kulturen ist New Orleans eine einzigartige Stadt in den Vereinigten Staaten. Mit kolonialer Architektur, lebendigen Straßen und gewürzfreudiger Küche zieht sie Geschichtsbegeisterte ebenso in den Bann wie Musikfans und Feinschmecker. Das French Quarter, die umliegenden Plantagen und das bunte Treiben rund um den Mardi Gras sorgen für unvergessliche Eindrücke.
Das French Quarter: die historische Seele der Stadt
Das French Quarter bildet das pulsierende Zentrum von New Orleans. Die schmalen Gassen mit ihren gusseisernen Balkonen spiegeln das französische und spanische Kolonialerbe wider. Während die berühmte Bourbon Street vor allem das Nachtleben anzieht, begeistert die Royal Street mit Kunstgalerien und Antiquitätengeschäften. Der von der Kathedrale Saint-Louis überragte Jackson Square ist der perfekte Ort, um Straßenkünstler zu beobachten und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Die allgegenwärtige Musik
Ein Besuch in New Orleans ist undenkbar ohne Musik. Jazz ertönt an jeder Ecke, sei es in den Clubs der Frenchmen Street oder auf den Bühnen der Institution Preservation Hall. Das jeden Frühling stattfindende Jazz & Heritage Festival zieht international bekannte Größen an. Neben Jazz prägen auch Blues, Zydeco und Funk den musikalischen Herzschlag der Stadt.
Das Garden District und seine historischen Villen
Im ruhigeren, von üppigen Gärten umgebenen Garden District stehen prächtige Herrenhäuser aus dem 19. Jahrhundert. Ein Spaziergang über die Magazine Street führt vorbei an diesen prunkvollen Anwesen sowie an unabhängigen Boutiquen und gemütlichen Cafés, was einen reizvollen Gegenpol zum trubeligen French Quarter darstellt.
Voodoo-Kultur und außergewöhnliche Friedhöfe
New Orleans pflegt eine ganz eigene Verbindung zum Mystizismus. Auf dem Friedhof Saint-Louis Nr. 1 mit seinen oberirdischen Steingräbern befindet sich die mutmaßliche Ruhestätte der Voodoo-Priesterin Marie Laveau. Museen wie das New Orleans Historic Voodoo Museum vertiefen das Wissen über diesen fest verankerten Teil des lokalen Volksglaubens.
Eine würzige und vielschichtige Küche
Die kulinarische Identität von New Orleans verbindet kreolische und cajunische Einflüsse. Das Gumbo, ein reichhaltiger Eintopf mit Meeresfrüchten oder Fleisch, gilt als absolute Ikone. Auch das von der Paella inspirierte Reisgericht Jambalaya gehört auf jeden Teller. Zum Nachtisch locken frisch frittierte Beignets mit Puderzucker, die am besten zu einem Zichorienkaffee schmecken.
Wo essen?
- Café du Monde (French Quarter). Die Adresse schlechthin für Beignets und Café au Lait.
- Commander’s Palace (Garden District). Ein Traditionslokal der kreolischen Küche, bekannt für gehobenen Service und stilvolles Ambiente.
- Cochon (Warehouse District). Eine beliebte Adresse für echten Cajun-Genuss.
- Willie Mae’s Scotch House (Treme). Berühmt für Brathähnchen, das vielerorts als das beste des Landes gilt.
Wo schlafen?
- Hotel Monteleone (French Quarter). Ein geschichtsträchtiges Hotel mit einer berühmten, sich drehenden Bar.
- The Roosevelt (Central Business District). Ein elegantes Haus mit Spa und luxuriösem Flair.
- The Pontchartrain Hotel (Garden District). Ein Boutique-Hotel mit tollem Blick über die Stadt.
- India House Hostel (Mid-City). Eine gesellige und preiswerte Unterkunft.
Wann reisen?
Frühling und Herbst bieten angenehm milde Temperaturen bei geringer Luftfeuchtigkeit. Die Wochen um den Mardi Gras im Februar oder März bringen mit ihren Paraden riesige Menschenmassen in die Stadt, während das Jazz Fest im April und Mai ein weiteres Highlight darstellt. Der Sommer bringt Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit mit sich; die offizielle Hurrikansaison dauert von Juni bis November, mit einem Schwerpunkt zwischen August und Oktober.
Wie hinkommen?
New Orleans ist von einigen US-Großstädten aus direkt erreichbar. Von Europa aus dauert ein Flug mit Zwischenstopp zwischen 12 und 15 Stunden. Die Preise variieren je nach Saison, wobei ein Hin- und Rückflug von Frankfurt oder anderen europäischen Drehkreuzen meist zwischen 500 und 900 €* liegt. Der internationale Flughafen Louis Armstrong befindet sich rund 20 Minuten von der Innenstadt entfernt.
Wie vor Ort fortbewegen?
Die historischen Straßenbahnen, die sogenannten Streetcars, sind ein praktisches und kultiges Fortbewegungsmittel. Ergänzend decken Busse das Stadtgebiet ab, doch besonders das French Quarter lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Für längere Strecken stehen Taxis und Fahrdienste wie Uber jederzeit bereit.
New Orleans trägt den Namen einer französischen Stadt, da es ein ehemaliges französisches Gebiet war, und genießt eine Kultur, die sich stark vom Rest der USA unterscheidet. Fans von Jazzmusik und Cajun-Küche werden es lieben. Achtung vor dem schwülen Klima im Sommer.