Tuxtla Gutiérrez: Das Tor zum Chiapas
Eine moderne Stadt mit eigenem Charakter
Als Hauptstadt des Bundesstaates Chiapas präsentiert sich Tuxtla Gutiérrez als lebendige Metropole, die sich deutlich vom traditionellen Bild der umliegenden Region abhebt. Auch wenn viele Reisende hier nur einen Zwischenstopp einlegen, bietet die Stadt durchaus sehenswerte Orte. Im Zentrum steht die Kathedrale San Marcos, deren Glockenturm mit mechanischen Figuren der zwölf Apostel auffällt, die zum Glockenspiel vorbeiziehen. Die indigene Prägung der Region ist in der Stadt allgegenwärtig, besonders auf den lokalen Märkten und im Kunsthandwerk.
Der spektakuläre Cañón del Sumidero
Nur wenige Kilometer außerhalb von Tuxtla Gutiérrez liegt der Cañón del Sumidero, eines der eindrucksvollsten Naturdenkmäler in ganz Mexiko. Die schwindelerregenden Felswände ragen bis zu 1000 Meter in die Höhe und lassen sich am besten bei einer Bootsfahrt auf dem Fluss Grijalva erleben. Mit etwas Glück triffst du auf Krokodile oder hörst Brüllaffen in den Bäumen. Wer den Canyon lieber aus der Vogelperspektive betrachtet, findet entlang der Schlucht mehrere Aussichtspunkte.
Grüne Lungen inmitten der Stadt
Tuxtla Gutiérrez überrascht mit gepflegten Grünanlagen. Der Parque de la Marimba im Stadtzentrum ist der soziale Treffpunkt schlechthin, an dem Einheimische abends bei Live-Musik das Tanzbein schwingen. Für Naturfreunde lohnt sich ein Besuch im Zoo Miguel Álvarez del Toro. Er ist auf die heimische Tierwelt spezialisiert und bietet in einer naturnahen Umgebung die seltene Gelegenheit, Jaguare und Quetzals zu beobachten.
Die lokale Küche: Würzig und traditionell
Die Gastronomie der Stadt ist eine Mischung aus indigenen Wurzeln und kolonialen Einflüssen. Zu den Spezialitäten gehört cochito horneado, ein in würziger Soße geschmortes Schweinefleisch, sowie tamales chiapanecos, die oft mit Fleisch und Tomatensoße gefüllt sind. Als Erfrischung ist pozol, ein traditionelles Getränk auf Basis von Mais und Kakao, in der gesamten Region sehr beliebt.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Monate zwischen November und April sind ideal für einen Besuch. In dieser Trockenzeit sind die Temperaturen angenehm und Regengüsse eher die Ausnahme. Im Dezember stehen zahlreiche lokale Feste auf dem Programm, allen voran die Feierlichkeiten zur Jungfrau von Guadalupe. Im März findet zudem das Internationale Marimba-Festival statt, das die traditionelle Musik der Region in den Mittelpunkt stellt.
Anreise
Tuxtla Gutiérrez ist über den Flughafen Ángel Albino Corzo angebunden, der rund dreißig Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Inlandsflüge ab Mexiko-Stadt dauern etwa 1,5 Stunden und kosten je nach Saison zwischen 50 und 150 €*. Von San Cristóbal de las Casas aus erreichst du die Stadt mit dem Bus oder dem Auto in etwa einer Stunde, wobei die Fahrt erste Einblicke in die hügelige Landschaft des Chiapas gewährt. Aus Deutschland geht es ab Frankfurt nonstop nach Mexiko-Stadt, rund zwölf Stunden, danach folgt der Inlandsflug.
Die Stadt hat bei mir keinen riesigen Eindruck hinterlassen, aber bei einer Rundreise durch Mexiko kann es eine gute Idee sein, einen Stopp in Tuxtla einzulegen. Besonders die Ausflüge zum Cañón del Sumidero lohnen sich: Vögel, Greifvögel, Affen, Krokodile, schwindelerregende Felswände, eine Felsenkapelle... Unser Reiseleiter hatte uns für den Nachmittag noch weitere Besichtigungen vorgeschlagen, aber der Nachtbus am Vortag hatte uns völlig geschafft und wir haben dankend abgelehnt.
Kurz gesagt, ein interessanter Zwischenstopp, der einen Platz in eurer Reiseroute verdient.