Tobermory: Wo Ontario karibisches Flair versprüht
Das Wasser leuchtet türkis. Nicht etwa in einem dunklen Marineblau oder dem typischen Grau-Blau, das man von kanadischen Seen kennt, sondern in einem fast unwirklichen Türkis. Das ist der erste Eindruck, wenn man in Tobermory ankommt, einem Fischerdorf an der äußersten Spitze der Bruce-Halbinsel, dort wo der Huronsee auf die Georgsbucht trifft. Unter der Oberfläche liegen rund zwanzig Schiffswracks aus dem 19. Jahrhundert in so klarem Wasser, dass man sie von einem Boot aus problemlos erkennen kann. Tobermory ist Kanada von seiner unerwarteten Seite: Unterwasserwelten wie aus dem Film, vom Wetter gezeichnete Klippen und ein Dorf mit gerade einmal 1.500 ständigen Einwohnern, das ganz mit den Jahreszeiten lebt.Tobermory: Das ontarische Ende der Welt für Outdoor-Fans
Das Dorf richtet sich vor allem an Reisende, die wandern, tauchen, paddeln und unter dem Sternenhimmel schlafen wollen. Es ist ein Ziel für Natur pur, ohne Nachtleben, ohne Museen oder ein großes urbanes Kulturangebot. Wenn du nach gehobener Gastronomie oder Shopping-Möglichkeiten suchst, bist du hier falsch. Tobermory begeistert dich, wenn du morgens um 7:00 Uhr in die Wanderschuhe schlüpfst und den Tag mit einem Fish and Chips beim Sonnenuntergang am Hafen ausklingen lässt. Das Dorf könnte diejenigen enttäuschen, die einen klassischen Badeort erwarten. Das Wasser der Georgsbucht bleibt selbst im Sommer kalt, die Infrastruktur ist bescheiden und das kulinarische Angebot beschränkt sich auf etwa zwanzig Adressen. Man kommt hierher für die raue Natur, nicht für städtischen Komfort.Ein stark saisonales Ziel, das Planung erfordert
Tobermory folgt einem binären Rhythmus: geöffnet von Mai bis Oktober, fast wie ausgestorben im Rest des Jahres. Die meisten Restaurants, Geschäfte und Unterkünfte schließen über den Winter. In der Hochsaison wird das Dorf von Besuchern aus Toronto überrannt und alles muss Monate im Voraus reserviert werden: Parkplätze für die Grotto, Bootsfahrten nach Flowerpot Island, Campingplätze. Vorrausschauende Planung ist hier kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.Ein vernünftiges Budget für kanadische Verhältnisse
Rechne mit 140 bis 300 CAD (ca. 95 bis 205 Euro) pro Nacht für ein Motel oder ein B&B in der Saison und etwa 34 CAD (ca. 23 Euro) pro Nacht für einen Stellplatz auf dem Cyprus Lake Campground. Eine Mahlzeit im Restaurant kostet zwischen 15 und 35 CAD (ca. 10 bis 24 Euro) pro Person, und Bootsausflüge nach Flowerpot Island liegen bei etwa 45 bis 55 CAD (ca. 31 bis 38 Euro) pro Erwachsenem. Der Eintritt in den Bruce-Peninsula-Nationalpark kostet 10 CAD (ca. 7 Euro) pro Erwachsenem, der Eintritt für unter 18-Jährige ist frei.Die Grotto und der Nationalpark: Ein visueller Schock
Beginnen wir mit der Attraktion, die Tobermory in den sozialen Netzwerken berühmt gemacht hat. Die Grotto ist eine natürliche Höhle im Kalkstein des Niagara-Schichtkamms, gefüllt mit elektrisch blauem Wasser. Man erreicht sie nach einer 30-minütigen Wanderung vom Parkplatz P1 ausgehend vom Cyprus Lake. Der Weg ist gut ausgeschildert und für die meisten Wanderer machbar, auch wenn das felsige Gelände gutes Schuhwerk erfordert. Direkt daneben bietet Indian Head Cove ein ebenso beeindruckendes Panorama mit Klippen, die in transparentes Wasser stürzen. Bei gutem Wetter springen Mutige von den Felsen. Das Wasser bleibt selbst im August kalt.Profi-Tipp: Parkplätze für die Grotto können online auf der Website von Parks Canada reserviert werden, in Zeitfenstern von 4 Stunden. Im Juli und August sind diese oft Minuten nach Freischaltung ausgebucht. Reserviere 3 bis 6 Monate im Voraus oder visiere den September für einen entspannteren Zugang bei noch immer angenehmen Badetemperaturen an.
Der Rest des Bruce-Peninsula-Nationalparks ist ebenfalls einen Abstecher wert. Der als schwierig eingestufte Weg zum Halfway Log Dump verläuft entlang der Küste der Georgsbucht und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Klippen und das türkise Wasser. Für einen entspannteren Spaziergang bietet der Strand von Singing Sands feinen Sand und flaches Wasser, was ideal für Familien ist.Wracks und Inseln: Fathom Five und Flowerpot Island
Der Fathom-Five-Nationalpark ist Kanadas erster Marine-Nationalpark. Seine 22 Wracks in kristallklarem Wasser machen ihn zu einem weltweit bekannten Tauchgebiet. Man muss kein Taucher sein, um das zu genießen: Die Fahrten mit dem Glasbodenboot, die unter anderem von Blue Heron Cruises und Bruce Anchor Cruises betrieben werden, ermöglichen die Beobachtung des Wracks der Sweepstakes, einer Schoner-Bark, die 1885 im Big Tub Harbour sank. Das Wrack wirkt zum Greifen nah, so transparent ist das Wasser. Die meisten dieser Fahrten beinhalten einen Stopp auf Flowerpot Island, die für ihre zwei natürlichen Felssäulen in Form von Blumentöpfen bekannt ist. Die Insel bietet einige Wanderwege und einen Leuchtturm, und Besucher haben vor der Rückfahrt einige Stunden Zeit zur Erkundung. Für Abenteurer besteht die Möglichkeit, dort eine Nacht zu zelten, wenn man bei Parks Canada reserviert.Profi-Tipp: Nimm die erste Bootsfahrt am Morgen. Das flache Licht macht die Wracks durch den Glasboden noch sichtbarer und du entgehst der Menschenmenge, die am Nachmittag auf Flowerpot Island ankommt.
Tobermory ist das Haupttor zur Insel Manitoulin und ein wirklich schönes Dorf direkt am Lake Huron. Man hat das Dorf zwar schnell erkundet, aber der Ort bietet tolle Aktivitäten. Man kann dort zum Beispiel leckere Fish & Chips mit Blick auf den See genießen. Man kann am Seeufer entlangspazieren, die Sonne genießen und ein Eis essen. Ich hatte das Glück, ein köstliches Gericht mit lokalem Fisch zu essen, während ich den Sonnenuntergang bewundert habe. Das war magisch!