Terre-de-Haut en Guadeloupe
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Was tun in Guadeloupe: die schönsten Sehenswürdigkeiten

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Guadeloupe: Die Schmetterlingsinsel mit zwei Gesichtern

Ein knuspriges, frittiertes Brot, gefüllt mit würzigem Stockfisch und knackigem Salat. Um dich herum vermischen sich Kreolisch und Französisch, während der Duft von Agricole-Rum in der schwülen Luft liegt. Du bist nicht auf dem französischen Festland, und doch zahlst du mit Euro. Die Guadeloupe verwirrt die Sinne: ein französisches Überseegebiet inmitten der Karibik, das einen kompletten Tapetenwechsel ohne den bürokratischen Aufwand einer Fernreise bietet.

Ist das das richtige Ziel für dich?

Die Guadeloupe richtet sich an Reisende, die Karibikflair ohne All-inclusive-Anlagen suchen und sich lieber selbst hinter das Steuer setzen als am Strand zu liegen. Massentourismus ist hier kaum ein Thema: Statt riesiger Resorts gibt es familiengeführte Unterkünfte und kreolische Lokale, in denen man dich wie ein Familienmitglied empfängt. Diese Authentizität hat ihren Preis: Verlass dich nicht auf Englisch. Außerhalb der wenigen touristischen Hotspots spricht es fast niemand. Kreolisch und Französisch sind die Sprachen des Alltags. Eine weitere Realität: Die Preise entsprechen denen in Europa, bei manchen importierten Waren liegen sie sogar darüber. Ein Restaurantbesuch schlägt mit etwa 35 bis 50 Euro für zwei Personen zu Buche. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind am Wochenende so gut wie nicht vorhanden und unter der Woche eher unzuverlässig. Ein Mietwagen ist daher unverzichtbar, rechne mit einem Budget von 30 bis 50 Euro pro Tag. Die Straßen sind in Ordnung, aber auf Basse-Terre kurvig, und die Staus rund um Pointe-à-Pitre können nerven. Wenn du durchorganisiertes Nichtstun suchst, ist das hier nichts für dich. Wenn du aber Lust auf Abenteuer, Wanderungen durch den Dschungel und einsame Strände hast, bist du hier genau richtig.

Zwei Inseln, zwei Stimmungen

Aus der Luft betrachtet sieht die Guadeloupe aus wie ein Schmetterling auf dem Wasser. Die zwei Flügel haben unterschiedliche Charaktere: Basse-Terre im Westen ragt mit dem Vulkan La Soufrière fast 1.500 Meter in die Höhe. Grande-Terre im Osten ist flacher, trockener und geprägt von weißen Sandstränden sowie Zuckerrohrfeldern. Beide Gebiete sind durch eine schmale Landenge verbunden, die von der Rivière Salée durchzogen wird.

Basse-Terre: Das grüne Königreich

Der Parc National de la Guadeloupe nimmt einen Großteil dieser bergigen Insel ein. Viele kommen hierher, um La Soufrière zu besteigen, den aktiven Vulkan, den die Einheimischen liebevoll "die alte Dame" nennen. Der Aufstieg dauert vom Parkplatz am Pas du Roy aus etwa 2 bis 3 Stunden. Stell dich auf Schlamm, plötzliche Regenschauer und Schwefelwolken ein: Hier zeigt sich die Natur von ihrer rauen Seite. Die Chutes du Carbet sind über markierte Wege erreichbar und bieten drei Wasserfälle, von denen der zweite in nur 25 Minuten zu Fuß erreichbar ist. Der erste ist spektakulärer, erfordert aber eine Wanderung von 3 Stunden hin und zurück. An der Westküste liegt die Réserve Cousteau, benannt nach dem Entdecker, der hier einst forschte. Vor dem Strand von Malendure bieten die Îlets Pigeon Tauchgänge, die auch für Anfänger geeignet sind. Lokale Clubs bieten Schnuppertauchgänge ab 50 bis 70 Euro an. Meeresschildkröten sind hier regelmäßige Gäste, und die Sicht unter Wasser erreicht oft 20 Meter.

Geheimtipp: Miete dir ein Kajak bei Gwada Pagaie in Malendure, um auf eigene Faust zu den Îlets Pigeon zu paddeln. Das kostet 45 Euro für drei Personen, inklusive Schnorchelausrüstung. Starte früh, um den Massen der organisierten Touren zu entgehen.

Grande-Terre: Strandurlaub pur

Wer weißen Sand und türkises Wasser sucht, wird auf diesem östlichen Flügel glücklich. Der Strand von Sainte-Anne ist der berühmteste, mit seiner ruhigen Lagune, die ideal für Familien ist. Die Caravelle, die an den Club Med grenzt, aber öffentlich zugänglich ist, bietet das klassische Postkartenmotiv. Der Nachteil: In der Hochsaison ist es hier sehr voll. Für mehr Ruhe empfiehlt sich ein Abstecher zur l'Anse à la Gourde bei Saint-François, einer geschützten Bucht, an der sich kaum Touristen aufhalten. Die Pointe des Châteaux am äußersten östlichen Zipfel ist einen Umweg wert, allein wegen der vom Wind geformten Klippen und der Aussicht auf den wilden Atlantik. Der Weg bis zum Gipfelkreuz dauert etwa 15 Minuten. Bei klarem Wetter kannst du in der Ferne La Désirade und Marie-Galante sehen. Der Norden von Grande-Terre ist weniger besucht und verbirgt die Porte d'Enfer, einen beeindruckenden Meeresdurchbruch, sowie die Pointe de la Grande Vigie, wo die Steilküste senkrecht in den Ozean abfällt.

Die Satelliteninseln: Zeit zum Abschalten

Das Archipel umfasst mehrere Inseln, die per Fähre erreichbar sind, jede mit ihrem eigenen Charme. Les Saintes liegen 20 Minuten Bootsfahrt von Trois-Rivières entfernt und beherbergen eine der schönsten Buchten der Welt. Terre-de-Haut, die Hauptinsel, erkundet man am besten mit dem Roller: Autos sind hier selten und kaum nützlich. Das Fort Napoléon bietet einen fantastischen Panoramablick über das Archipel. Probiere unbedingt die tourments d'amour, kleine Kokos-Törtchen, die am Hafen verkauft werden. Marie-Galante, die "große Galette", bewahrt ein gemächliches Lebenstempo. Es gibt hier drei Brennereien für Agricole-Rum, darunter Bielle und Père Labat, sowie fast menschenleere Strände wie l'Anse Canot. Die Fähre von Pointe-à-Pitre oder Saint-François braucht etwa eine Stunde. La Désirade ist noch diskreter und zieht Reisende an, die Einsamkeit und wilde Wanderwege suchen. Petite-Terre, ein geschütztes Naturschutzgebiet, darf man nur mit organisierten Touren besuchen, um Leguane und Korallenriffe zu bestaunen.

Geheimtipp: Bleib auf Les Saintes eine Nacht. Die Insel entfaltet ihren Zauber erst nach 16:30 Uhr, wenn die letzte Fähre die Tagesausflügler zurückbringt. Dann kehrt Ruhe ein und am nächsten Morgen hast du die Strände fast für dich allein.

Pointe-à-Pitre und das Gewicht der Geschichte

Die wirtschaftliche Hauptstadt spaltet die Gemüter. Manche finden sie heruntergekommen, andere entdecken einen bröckelnden kolonialen Charme. Die Stadt hat schon bessere Tage gesehen, beherbergt aber bedeutende Orte. Das Mémorial ACTe, 2015 eröffnet, ist ein exzellentes Zentrum zur Erinnerung an die Geschichte der Sklaverei. Die moderne Architektur aus Metall und Glas direkt am Wasser ist sehenswert. Plane für die Dauerausstellungen etwa 2 bis 3 Stunden ein. Der marché central von Pointe-à-Pitre, besonders der marché Saint-Antoine, ist der beste Ort, um lokale Gewürze zu kaufen: Colombo, Bois d'Inde, Roucou. Die Preise sind hier deutlich angenehmer als auf dem Festland. Die Place de la Victoire, gesäumt von Kolonialbauten und Palmen, vermittelt einen Eindruck von der Stadt zu ihrer Blütezeit.

Natur und Wandern: Mitten im Regenwald

Die Route de la Traversée verbindet die beiden Küsten von Basse-Terre und schlängelt sich durch den Regenwald. Das 17 Kilometer lange Asphaltband bietet Zugang zu zahlreichen Pfaden und Aussichtspunkten. Die Cascade aux Écrevisses ist nur fünf Minuten vom Parkplatz entfernt und ideal für ein erfrischendes Bad in einem natürlichen Becken. Komm früh, um dem Andrang zu entgehen. Der Parc des Mamelles, ein tropischer Zoo, ist mit seinen Hängebrücken in den Baumwipfeln und den Waschbären, die nach dem Untergang eines amerikanischen Schiffes im 16. Jahrhundert auf die Insel kamen, ein schönes Ziel für Familien. Der Saut de la Lézarde in Petit-Bourg bietet einen 12 Meter hohen Wasserfall, den man nach einer angenehmen Waldwanderung erreicht. Der Jardin Botanique de Deshaies an der Nordwestküste ist die 15,90 Euro Eintritt für seine Sammlung tropischer Pflanzen, Kolibris und Papageien wert. Das Dorf Deshaies selbst ist mit seiner hufeisenförmigen Bucht eines der fotogensten der Insel.

Die Guadeloupe auf dem Teller: Kreolisch und großzügig

Die kreolische Küche ist alles andere als leicht. Das bokit, das Star-Sandwich der Insel, besteht aus frittiertem Brot, gefüllt mit Stockfisch, Hähnchen oder Gemüse, verfeinert mit scharfer Soße. Man findet es an Imbissständen am Straßenrand für 4 bis 8 Euro. Das colombo, ein Erbe indischer Arbeiter aus dem 19. Jahrhundert, schmort Hähnchen, Ziege oder Schwein in einer Gewürzmischung, die Curry ähnelt. accras de morue, kleine knusprige Krapfen, gehören ebenso zum Aperitif wie die boudin créole, eine würzigere Blutwurst als ihre europäische Verwandte. Der ti-punch ist ein lokales Ritual: weißer Rum, Zuckerrohrsirup und Limette, die man sich nach eigenem Geschmack selbst mischt. Der guadeloupische Rum, "Agricole" genannt, wird aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt. Die Brennereien von Damoiseau in Le Moule oder Bologne in Basse-Terre bieten kostenlose Besichtigungen mit Verkostung an. Zum Nachtisch runden die tourments d'amour von Les Saintes oder ein flan coco das Essen süß ab.

Geheimtipp: Die Verkäufer von handgemachtem Eis, erkennbar an ihren Holzkarren, bereiten ihre Sorbets noch traditionell mit der Handkurbel zu. Kokos, Guave, Corossol: Für 2 Euro pro Portion ist das eine Erfrischung, die du nicht verpassen solltest.

Wann ist die beste Reisezeit für die Guadeloupe?

Die Trockenzeit von Dezember bis Mai bietet die besten Bedingungen. Die Temperaturen liegen zwischen 24 und 30 Grad, die Niederschläge sind mäßig und die Sonne scheint ausgiebig. Diese Zeit fällt mit dem europäischen Winter zusammen, was sie zur touristischen Hochsaison macht. Die Preise steigen, besonders über Weihnachten und im Februar. Der Carnaval im Januar und Februar belebt die Insel mit farbenfrohen Umzügen und Gwoka-Rhythmen. Die Regenzeit dauert von Juni bis November, mit einem erhöhten Zyklonrisiko im August und September. Regenschauer sind häufig, aber kurz, und die Luftfeuchtigkeit steigt. Im Gegenzug sinken die Preise spürbar, und die Touristenorte leeren sich. Manche Restaurants und Unterkünfte schließen in dieser Zeit. Basse-Terre ist das ganze Jahr über regnerischer als Grande-Terre: Pack für Wanderungen einen Regenschutz ein, auch in der Trockenzeit.

Wie kommst du auf die Guadeloupe?

Der Flughafen Pôle Caraïbes bei Pointe-à-Pitre empfängt Flüge aus Europa. Drei Fluggesellschaften bedienen die Strecke: Air France ab Paris-Orly und Roissy, Air Caraïbes und Corsair ab Orly. Der Flug dauert etwa 8:30 bis 9 Stunden ohne Zwischenstopp. Die Preise schwanken zwischen 400 und 900 Euro für Hin- und Rückflug, je nach Saison und Buchungszeitpunkt. Vermeide die Schulferien, um die besten Preise zu erzielen. Da die Guadeloupe ein französisches Département ist, benötigen Staatsangehörige der EU kein Visum. Ein Personalausweis genügt. Auch deutsche Handyverträge funktionieren ohne zusätzliche Roaming-Gebühren wie zu Hause. Die Zeitverschiebung beträgt -5 Stunden im Winter und -6 Stunden im Sommer gegenüber Paris. Um den Jetlag zu minimieren, sind Nachtflüge zu empfehlen.

Wie bewegst du dich auf der Guadeloupe fort?

Ein Mietwagen ist die einzige vernünftige Option, um das Archipel zu erkunden. Die Agenturen befinden sich direkt am Flughafen: Reserviere in der Hochsaison im Voraus, besonders wenn du ein Automatikgetriebe suchst, das seltener ist. Rechne mit 30 bis 50 Euro pro Tag je nach Modell. Die Straßen sind in gutem Zustand, aber auf Basse-Terre eng, und die Einheimischen fahren zügig. Achte auf die vielen Kreisverkehrs-Anlagen und die morgendlichen Staus um Pointe-à-Pitre. Um auf die Inseln zu gelangen, fahren Fähren von Pointe-à-Pitre, Saint-François und Trois-Rivières ab. Die beiden Hauptgesellschaften L'Express des Îles und Val Ferry bedienen Les Saintes, Marie-Galante und La Désirade. Plane 15 bis 25 Euro für eine einfache Fahrt ein, je nach Ziel. Die Überfahrten dauern zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Vor Ort ist der Roller das bevorzugte Transportmittel, insbesondere auf Terre-de-Haut, wo Autos kaum vorkommen.

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