Oran besuchen: Die strahlende Metropole im Westen Algeriens
Oran, die zweitgrößte Stadt Algeriens, liegt direkt an der westlichen Mittelmeerküste. Die Hafenstadt wird oft als die Strahlende bezeichnet und fungiert als historischer, kultureller sowie wirtschaftlicher Knotenpunkt der Region. Wer authentisches algerisches Leben in einer maritimen Umgebung sucht, ist hier richtig. Das Stadtbild prägt ein Kontrast aus kolonialen Bauten und moderner Architektur, überlagert von einer sehr lebendigen Musikkultur.
Eine Geschichte voller Einflüsse
Gegründet wurde die Stadt im 10. Jahrhundert durch andalusische Seefahrer. Im Laufe der Zeit stand Oran unter der Herrschaft der Spanier, der Osmanen und später der Franzosen, was bis heute in der Architektur und Kultur nachwirkt. Ein Muss ist der Besuch der Forteresse de Santa Cruz auf dem mont Murdjajo. Diese Festung wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern errichtet und bietet einen weiten Blick über die Bucht, ähnlich wie man ihn von den Aussichtspunkten über dem Hafen von Marseille kennt.
Direkt unterhalb des Forts liegt die Chapelle de Santa Cruz. Sie wurde 1850 nach einer Cholera-Epidemie als Dankesstätte erbaut und ist bis heute ein bedeutender Wallfahrtsort. Im Kontrast dazu steht die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Ein weiterer zentraler Ort ist die place du 1er Novembre. Sie ist von Gebäuden aus der französischen Kolonialzeit umgeben und beherbergt in ihrer Mitte ein Monument, das an die algerische Unabhängigkeit erinnert.
Die Wiege des Raï
Oran gilt als Geburtsort des Raï, einer algerischen Musikrichtung, die Anfang des 20. Jahrhunderts in den Außenbezirken entstand. Was einst als rebellische Musik begann, entwickelte sich zu einem globalen Phänomen. Berühmtheiten wie Cheb Khaled oder Cheb Mami stammen aus dieser Stadt, und bis heute ist der Beat des Raï allgegenwärtig. Wer in die Musikgeschichte eintauchen möchte, findet in den lokalen Cafés, Clubs und bei Straßenfesten zahlreiche Gelegenheiten, die Musiker live zu erleben.
Strände und eine naturbelassene Küste
Oran bietet zudem Zugang zu einer abwechslungsreichen Küste. Die Plage des Andalouses ist ein langer Sandstrand, der besonders bei Einheimischen beliebt ist und über eine gute Infrastruktur mit zahlreichen Restaurants verfügt. Wer es einsamer mag, findet an der Plage de Madagh eine eher wilde und naturbelassene Umgebung vor.
Für entspannte Spaziergänge eignet sich die Corniche von Oran. Sie erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang des Mittelmeers. Auf den vielen Terrassen entlang der Promenade lässt sich die mediterrane Brise bei einem Minztee oder einem Kaffee genießen.
Ein modernes und lebendiges Stadtzentrum
Oran ist eine wachsende, moderne Metropole. Im Zentrum pulsiert das Leben, besonders auf den Märkten und in den Geschäftsstraßen. Ein Highlight ist der marché de Medina Jdida, ein belebter Ort, an dem von Kleidung über Kunsthandwerk bis hin zu Gewürzen alles gehandelt wird. Wer den urbanen, zeitgenössischen Teil Algeriens erleben möchte, findet in der Innenstadt zudem schicke Cafés und moderne Boutiquen.
Wenn die Sonne untergeht, zeigt sich Oran von seiner geselligen Seite. Besonders entlang der Uferpromenade füllen sich die Restaurants, und die Stadt beweist ihren Ruf als junger und dynamischer Ort, in dem man gerne gemeinsam den Abend verbringt.
Die Stadt Oran ist sehr berühmt dafür, einer der Geburtsorte des Raï-Musikstils zu sein. Sie ist außerdem eine der bedeutendsten Städte Algeriens und zieht die meisten algerischen sowie ausländischen Touristen an. Das Stadtzentrum von Oran ist voll von zahlreichen beeindruckenden Gebäuden aus französischer Zeit. Zwischen diesen Gebäuden umherzuspazieren fühlt sich an, als würde man in das Frankreich der 1940er Jahre zurückkehren.