Die Kasbah von Chefchaouen besichtigen
Die Kasbah von Chefchaouen wurde ab der Mitte des 15. Jahrhunderts auf Initiative von Moulay Ali Ben Rachid, dem Gründer des Fürstentums der Banu Rachid, erbaut. Das Wort kasbah bedeutet im Arabischen schlicht Festung, und genau um dieses Bauwerk herum ist die Medina, also die historische Altstadt, entstanden. Die Anlage hat einen nahezu quadratischen Grundriss mit Abmessungen von 72 mal 52 Metern und ist mit Bastionen sowie quadratischen Türmen befestigt. Auf der Westseite kam später ein weiterer, großer Turm hinzu. Dieser Hauptturm der Kasbah hebt sich durch seine Architektur und seine Funktion besonders hervor. Er erstreckt sich über drei Stockwerke und folgt ebenfalls einem fast quadratischen Plan von 7,71 mal 7,40 Metern. Im Erdgeschoss, das zum Innenhof hin ausgerichtet ist, befindet sich ein großer Raum mit einem markanten Pfeiler. Das mittlere Geschoss ist in zwei rechteckige Räume unterteilt, während das oberste Stockwerk eine weitläufige, überdachte Terrasse bietet. Der Zugang erfolgt über die originalen, inzwischen restaurierten Tore.
Ein Stück marokkanische Geschichte
Die Kasbah liegt direkt am Platz Outa El-Hamman, nicht weit von der großen Moschee entfernt, und gilt als eines der wichtigsten Wahrzeichen von Chefchaouen. Neben dem imposanten Bauwerk selbst ist vor allem das ethnologische Museum einen Besuch wert. Es wurde 1985 eröffnet, befindet sich im linken Teil der Anlage und präsentiert zentrale Elemente des marokkanischen Kulturerbes. Zu sehen sind dort unter anderem traditionelle Musikinstrumente, Töpferwaren, Skulpturen, Stickereien sowie Waffen, von denen einige einst der Verteidigung der Festung dienten. Drei Ausstellungsräume und ein Innenhof voller historischer Exponate bieten einen tiefen Einblick in die Geschichte für alle Reisenden, die Marokko erkunden.
Chefchaouen, das ist eine marokkanische Stadt, die ich eigentlich gar nicht besuchen wollte.
Am Ende habe ich mich erst vor Ort in Marokko dazu entschieden, den Abstecher zu machen, auf Anraten marokkanischer Freunde. Ich bereue es absolut nicht. Die Altstadt mit ihren steilen Gassen, den kleinen Händlern und den verschiedenen Blautönen ist eine echte Entdeckung. Man verliert sich dort einfach gerne, die Leute sind herzlich und helfen einem ganz ohne finanzielle Hintergedanken. Kurz gesagt, eine authentische Erfahrung.