Der Winterpalast im Überblick
Der Winterpalast ist das Wahrzeichen von Sankt Petersburg. Mit seiner markanten Fassade in Pastellgrün und Weiß im elisabethanischen Barockstil gehört das zum Unesco-Welterbe zählende Gebäude zu den wichtigsten Stationen bei einem Besuch der Stadt. Einst war er die Residenz der Zaren, heute bildet er den westlichen Flügel des gigantischen Eremitage-Museums.
Die Anlage wurde im 18. Jahrhundert unter Peter dem Großen initiiert und von Bartolomeo Rastrelli entworfen. Nach einem verheerenden Brand wurde der Palast insgesamt viermal neu errichtet. Katharina die Große nutzte die Räumlichkeiten, um dort den Grundstock ihrer privaten Sammlung von 2.000 Kunstwerken unterzubringen. Die strategische Lage direkt an der Newa, flankiert vom Schlossplatz und dem gleichnamigen Kai, unterstrich einst die Macht des russischen Zarenreichs. Während der Revolution von 1917 war der Palast Schauplatz des Sturms durch die Bolschewiki.
Schon die Dimensionen sind beeindruckend: Der Winterpalast erstreckt sich über ein Rechteck von 250 Metern Länge und 50 Metern Höhe. Er umfasst fast 1.500 Räume, eine entsprechende Anzahl an Türen und Fenstern sowie rund einhundert Treppenhäuser. Als zweitgrößtes Museum Russlands beherbergt er eine der bedeutendsten Kunstsammlungen weltweit. Die Galerien sind ein prunkvolles Labyrinth aus Intarsienarbeiten, Kristall, Goldverzierungen und zahlreichen weiteren Schätzen.
Der Zugang erfolgt über den Schlossplatz. Besorge dir bei der Ankunft unbedingt einen Lageplan, um dich auf den drei Ebenen zurechtzufinden und die wichtigsten Prunksäle gezielt anzusteuern. Interessant ist die ursprüngliche Aufteilung: Nur das erste Obergeschoss war der kaiserlichen Familie vorbehalten. Das Erdgeschoss diente dem Dienstpersonal und der Verwaltung, während im zweiten Obergeschoss die Büros hoher Beamter und einflussreicher Persönlichkeiten untergebracht waren.
Zu den Höhepunkten zählen die Jordan-Treppe, die Rokoko-Kapelle von Rastrelli, der Große Thronsaal und der Blaue Salon, auch als Saal der Goldschmiedekunst bekannt. Wenn es deine Zeit erlaubt, entscheide dich für ein Ticket mit zwei Tagen Gültigkeit. Nur so kannst du die Fülle der Exponate in Ruhe auf dich wirken lassen.
Die Eremitage ist eines der schönsten Gebäude, die ich in Sankt Petersburg oder sogar in ganz Russland sehen durfte. Allein dafür lohnt sich der Besuch.