Ein Observatorium aus Stein
Riesige Sonnenuhren, Treppen, die in den Himmel führen, ohne irgendwohin zu gelangen, und Marmorbögen, die aufs Grad genau nach dem Lauf der Sterne ausgerichtet sind: In Jaipur erinnert das Jantar Mantar im ersten Moment an einen abstrakten Spielplatz. Tatsächlich handelt es sich um eine der präzisesten Sternwarten, die je ohne optische Instrumente erbaut wurden.
Warum sich ein Besuch des Jantar Mantar lohnt
Die Anlage wurde zwischen 1728 und 1734 im Auftrag von Maharadscha Jai Singh II errichtet, dem Gründer von Jaipur und leidenschaftlichen Astronom. Als großer Verehrer der Wissenschaft ließ der Herrscher fünf ähnliche Observatorien in Nordindien bauen (in Delhi, Ujjain, Mathura und Varanasi), von denen das in Jaipur jedoch das größte und am besten erhaltene ist.
Jedes Instrument wurde dafür konzipiert, die Zeit zu messen, Finsternisse vorherzusagen oder die Bahn der Planeten mit einer für die damalige Zeit bemerkenswerten Präzision zu verfolgen. Im Jahr 2010 wurde die Anlage in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen als außergewöhnliches Zeugnis der vormodernen astronomischen Beobachtung.
Der Samrat Yantra, der Star der Anlage
Er ist schlicht unübersehbar: Der Samrat Yantra, das sogenannte oberste Instrument, ist mit rund 27 Metern Höhe die größte Steinsonnenuhr der Welt. Sein dreieckiger Gnomon wirft einen Schatten, der sich um fast 4 Meter pro Stunde bewegt, wodurch sich die Ortszeit mit einer Fehlerquote von kaum zwei Sekunden ablesen lässt.
In unmittelbarer Nähe helfen der Jai Prakash Yantra und der Rama Yantra dabei, die Position von Sonne und Sternen zu bestimmen, während der Rashivalayas aus zwölf Sonnenuhren besteht, die jeweils einem Tierkreiszeichen zugeordnet sind.
Die Instrumente ohne Vorkenntnisse erkunden
Ohne Führung wirkt das Areal womöglich wie ein Garten voller geometrischer Skulpturen. Jede Struktur erfüllt jedoch eine präzise astronomische Funktion, die zwar auf kleinen Tafeln erklärt wird, deren Logik sich allein jedoch nur schwer erschließt.
Tipp von einem Insider: Nimm dir am besten einen lokalen Guide oder komm am späten Vormittag, wenn die Sonne hoch steht. Dann sind die Schatten auf den Sonnenuhren gut ablesbar und das gesamte System offenbart sofort seinen Sinn.
Geeignet für
- Alle, die sich für Wissenschaft, Geschichte und ungewöhnliche Architektur interessieren
- Einen kurzen Besuch, der sich perfekt mit dem direkt nebenan gelegenen City Palace verbinden lässt
Weniger geeignet für
- Schnelle Rundgänge ohne Erklärungen, bei denen das Verständnis oft auf der Strecke bleibt
- Die heißesten Stunden des Tages, da es auf dem Gelände kaum Schatten gibt
Öffnungszeiten
Täglich: 9:00 bis 17:00 Uhr.
Am Tag von Holi geschlossen.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane etwa 1,5 bis 2 Stunden ein, um alle astronomischen Instrumente zu erkunden. Wenn du dir von einem Guide erklären lassen möchtest, wie die Sonnenuhren genau im Zenit funktionieren, solltest du einen halben Tag einplanen.
*Angaben können sich ändern
In diesem Park gibt es viele astronomische Instrumente, wie zum Beispiel Sonnenuhren zum Ablesen der Uhrzeit oder ein Gerät zur Höhenmessung. Die Hinweisschilder sind sehr gut gemacht, und es gibt sie sogar auf Englisch, was super praktisch ist.