Mietwagen in den USA: Was sich wirklich ändert
Das Land ist riesig und die öffentlichen Verkehrsmittel sind außerhalb der großen Metropolen überschaubar. In den meisten Regionen ist das Auto das praktischste Fortbewegungsmittel. Hier sind die Besonderheiten des amerikanischen Mietwagenmarktes.
Mindestalter und Jungfahrer
In den meisten Bundesstaaten liegt das Mindestalter für die Anmietung bei 21 Jahren bei den großen Anbietern. Ein Jungfahrerzuschlag fällt in der Regel bis zum Alter von 24 Jahren an. Die genaue Höhe variiert je nach Anbieter und Bundesstaat.
Zwei Bundesstaaten haben abweichende Regelungen: Michigan und New York setzen hier gesetzliche Rahmenbedingungen. Prüfe die Bedingungen des jeweiligen Bundesstaates vor der Buchung.
Versicherungen: Das wichtigste Thema am Schalter
Amerikanische Vermieter bieten verschiedene Zusatzversicherungen an, die meist als Kürzel aufgeführt werden:
- LDW/CDW (Loss Damage Waiver / Collision Damage Waiver): Absicherungen, die deine finanzielle Verantwortung bei Schäden am Mietwagen oder Diebstahl begrenzen oder ausschließen.
- SLI: Eine erweiterte Haftpflichtversicherung, falls du Schäden bei Dritten verursachst.
- PAI: Eine Insassenunfallversicherung für dich und deine Mitfahrer.
Die Basis-Haftpflichtsumme kann je nach Bundesstaat und Vertrag sehr gering ausfallen. Achte vor allem auf diesen Punkt, noch mehr als auf die Selbstbeteiligung. Frage vor deiner Abreise bei deiner Bank nach, welche Schadenssummen deine Kreditkarte in den USA genau abdeckt und ob diese Absicherung für alle Fahrzeugtypen gilt.
Maut, Kraftstoff und länderspezifische Gebühren
Viele Autobahnen und Brücken nutzen elektronische Mautsysteme ohne Barzahlungsschalter. Die Autovermietungen bieten dafür Geräte oder Pauschalen an, die manchmal auch an tagen ohne Mautnutzung berechnet werden. Lies dir die Bedingungen durch, bevor du zustimmst.
Kraftstoff wird in Gallonen berechnet, und Zapfsäulen verlangen bei ausländischen Kreditkarten oft die Eingabe einer amerikanischen Postleitzahl. Die Bezahlung direkt drinnen an der Kasse löst dieses Problem meistens.
Einwegmieten und große Entfernungen
Eine Fahrt von der West- zur Ostküste oder zwischen verschiedenen Bundesstaaten ist machbar. Die Einweggebühren (drop fee) können jedoch hoch ausfallen. Vergleiche den Preis einer Einwegmiete mit dem einer Hin- und Rückfahrt, die oft günstiger ist. Eine unbegrenzte Kilometerleistung ist nicht immer inbegriffen, besonders außerhalb des Abholstaates. Prüfe diesen Punkt im Vertrag.
Große Marken oder lokale Vermieter?
Große Anbieter unterhalten Stationen an fast allen Flughäfen. Ihre Schalter befinden sich oft in Mietwagenzentren, die mit Pendelbusse erreichbar sind, was bei der Ankunft Zeit kostet. Kleinere Vermieter oder Carsharing-Plattformen sind teils günstiger, bringen aber andere Bedingungen bei Selbstbeteiligung, Kilometerbegrenzung, Pannenhilfe und Kaution mit sich. Vergleiche diese Details Punkt für Punkt vor deiner Entscheidung.
Mitzubringende Dokumente
- Ein gültiger Führerschein. Der nationale EU-Führerschein wird meist akzeptiert, aber einige Vermieter oder Bundesstaaten verlangen zusätzlich einen internationalen Führerschein.
- Eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers, die für die Kaution genutzt wird.
- Dein Reisepass und die Buchungsbestätigung.
Der Verkehr in den Vereinigten Staaten läuft auf der rechten Seite, aber das Fahrverhalten unterscheidet sich: Automatikgetriebe sind Standard, das Abbiegen bei Rot nach vorherigem Stopp ist (sofern kein Schild es verbietet) oft erlaubt, und stehende Schulbusse haben absolute Vorfahrt. Buche am besten direkt ein Automatikfahrzeug, denn Schaltgetriebe sind praktisch nicht zu finden.
Wann sollte man buchen?
Die Nachfrage steigt im Sommer und an Feiertagen spürbar an, vor allem in stark frequentierten Reisezielen wie Florida, Kalifornien und den Nationalparks. Reserviere für diese Zeiträume frühzeitig mit kostenloser Stornierungsoption und beobachte die Preisentwicklung, falls sich Sparmöglichkeiten ergeben.