Matamata: Wenn Neuseeland seine cineastische Magie entfaltet
In den sanften, grünen Hügeln der Region Waikato liegt eine kleine Landwirtschaftsstadt, die weltberühmt wurde, als Peter Jackson hier die ersten Kulissen für Hobbiton errichtete. Matamata zeigt heute zwei Gesichter: Das einer bodenständigen ländlichen Gemeinde, in der Schafzüchter ihre Corriedale-Herden betreuen, und das eines legendären Ortes, an dem die Abenteuer von Bilbo Beutlin lebendig werden.
Das ideale Ziel für Träumer und Familien
Die 8.000-Einwohner-Stadt zieht vor allem Filmfans und Familien auf der Suche nach einem besonderen Erlebnis an. Wer urbanes Nachtleben oder pulsierende Metropolen sucht, ist hier falsch. Matamata setzt auf neuseeländische Gelassenheit und das Eintauchen in die Welt von Tolkien. Das Budget ist im Vergleich zu den Großstädten überschaubar, doch ein Mietwagen ist für die Erkundung der Umgebung zwingend erforderlich.
Die Hauptzielgruppe sind Paare und Familien mit Kindern. Jugendliche, die mit Fantasy oder Fotografie wenig anfangen können, könnten sich hier schnell langweilen. Wer hingegen ruhige Rhythmen und eine idyllische Landschaft schätzt, kommt voll auf seine Kosten.
Das Hobbiton-Erlebnis: Mehr als nur eine Kulisse
Das Hobbiton Movie Set ist das unbestrittene Highlight. Diese dauerhafte Rekonstruktion des Auenlandes erstreckt sich über 12 Hektar grüne Hügellandschaft. Die 44 akribisch gepflegten Hobbithöhlen wirken durch die echten Gemüsegärten und die Liebe zum architektonischen Detail täuschend echt.
Eine zweistündige Führung enthüllt die Geheimnisse der Dreharbeiten, ohne die Atmosphäre zu zerstören. Der krönende Abschluss ist der Besuch im Gasthaus zum Grünen Drachen, wo man bei einem handwerklich gebrauten Bier in der gemütlichen Tavernen-Kulisse entspannen kann.
Der Tipp vom Experten: Buche deine Tour für 15:30 Uhr. Das goldene Licht am späten Nachmittag lässt die Hügel besonders eindrucksvoll erscheinen und bietet perfekte Bedingungen für Fotos. Meide die Vormittagstermine um 11:00 Uhr, da diese oft von großen Reisegruppen überlaufen sind.
Authentisches Landleben und versteckte Schätze
Abseits von Hobbiton zeigt Matamata den unaufgeregten Charme des ländlichen Neuseelands. Die Kaimai Ranges, ein bewaldeter Gebirgszug, bieten Wanderwege für jedes Niveau. Der Wairere Falls Track führt zu einem 153 Meter hohen Wasserfall, der zu den höchsten auf der Nordinsel zählt.
Die umliegenden Farmen bieten Einblicke in den Alltag der Landwirte. Die Opal Hot Springs, natürliche heiße Quellen etwa 20 Minuten Fahrtzeit entfernt, sind nach einer langen Wanderung genau das Richtige zur Entspannung.
Morrinsville und regionale Besonderheiten
Das benachbarte Morrinsville, bekannt als das Zentrum der Milchwirtschaft, ist einen Abstecher für einen Blick auf die lokale Agrarkultur wert. Bunte Kuhskulpturen in den Straßen amüsieren Besucher, und das Heimatmuseum erzählt die Geschichte der neuseeländischen Viehzucht.
Die Hamilton Gardens, etwa 45 Minuten entfernt, gehören zu den bemerkenswertesten botanischen Anlagen des Landes. Hier werden in verschiedenen Themenbereichen Gartenstile aus unterschiedlichen Epochen und Kontinenten nachgebildet.
Wo kann man in Matamata essen und trinken?
Das kulinarische Angebot ist bescheiden, aber authentisch. Das Redoubt Bar & Eatery serviert traditionelle neuseeländische Küche in einem ehemaligen Bankgebäude. Burger vom lokalen Lamm und hausgemachte Pavlova sind hier ein Muss. Das Fat Dog Cafe ist die richtige Adresse für Kaffee und Gebäck, während das Tower Road Brewing Biere mit neuseeländischem Hopfen braut.
Wo übernachten in Matamata und Umgebung?
Die Auswahl konzentriert sich auf familiengeführte Bed & Breakfasts und praktische Motels. Das Matamata Motel bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis direkt im Ort. Für ein intensiveres Erlebnis bieten sich Farmstays an, bei denen man das Leben auf einer Farm hautnah miterlebt. Reisende mit kleinerem Budget finden im Matamata Holiday Park gut ausgestattete Stellplätze im Grünen.
Anreise und Fortbewegung in Matamata
Matamata liegt 2,5 Stunden Fahrt von Auckland entfernt über den State Highway 27. Der Flughafen Hamilton ist 45 Minuten entfernt und die nächstgelegene Option für Inlandsflüge.
Ein Mietwagen ist unverzichtbar, da öffentliche Verkehrsmittel nahezu nicht existieren. Das Stadtzentrum ist zwar fußläufig erreichbar, für Hobbiton sind jedoch zwingend die offiziellen Shuttlebusse zu nutzen, da kein Privatfahrzeug auf das Gelände darf.
Wann ist die beste Reisezeit?
Der neuseeländische Sommer (Dezember bis Februar) bietet das beste Wetter und die üppigste Vegetation. Der Herbst (März bis Mai) punktet mit goldenen Farben und weniger Andrang, was den Besuch von Hobbiton entspannter macht. Den Winter (Juni bis August) sollte man meiden, da häufiger Regen und kühle Temperaturen die Outdoor-Erlebnisse schmälern.
Fans von Der Herr der Ringe, Matamata ist der richtige Ort für euch! Die Besichtigung des Auenlandes ist wirklich schön und der Guide ist absolut begeistert von seinem Thema, weiß wovon er spricht und teilt gerne einige Anekdoten zu den Dreharbeiten.
Der kleine Minuspunkt: Aufgrund des starken Tourismus ist es manchmal schwierig, sich vernünftig zu bewegen oder sogar ordentliche Fotos zu bekommen.