Kopenhagen, wo das Glück ein Zuhause hat
Es ist 8:00 Uhr morgens und die Einwohner von Kopenhagen radeln bereits mit dem Kaffee in der Hand zur Arbeit, völlig unbeeindruckt vom frischen Wind, der vom Øresund herüberweht. In einer Stadt, in der Fahrräder die Autos dominieren, in der man auf dem Friedhof picknickt und in der sich ein ganzes Viertel seit 1971 als unabhängig erklärt hat, bekommt der Begriff Normalität eine ganz neue Bedeutung.
Dänemark belegt regelmäßig Spitzenplätze bei den glücklichsten Ländern der Welt. Ein paar Stunden hier genügen, um zu verstehen, warum das so ist.
Eine Stadt für Neugierige und Genießer
Die dänische Hauptstadt begeistert Fans von Design, Feinschmecker, urbane Radfahrer und alle, die das nordische Lebensgefühl schätzen. Das Konzept von Hygge, dieses Gefühl von behaglichem Wohlbefinden und Geselligkeit, durchzieht jedes Café, jede Wohnung und jeden gemeinsamen Moment. Auch Familien kommen dank der zahlreichen Parks und des berühmten Tivoli voll auf ihre Kosten.
Wer nächtelang feiern will oder die Sonne des Mittelmeers sucht, könnte enttäuscht werden. Die Wintertage sind kurz und dunkel, Regen ist ein häufiger Begleiter und das Nachtleben ist im Vergleich zu südlichen Metropolen eher beschaulich. Eine Sprachbarriere gibt es nicht, da so gut wie jeder Englisch spricht. Die Stadt ist sicher, flach wie ein Pfannkuchen und ideal in drei bis vier Tagen zu erkunden.
Ein entsprechendes Budget einplanen
Rechne mit 150 bis 250 Euro pro Tag für ein Paar, das komfortabel unterwegs sein möchte. Die Übernachtungskosten liegen zwischen 120 und 200 Euro, für Mahlzeiten solltest du 20 bis 40 Euro pro Person einplanen und der Eintritt in Museen kostet 10 bis 20 Euro. Die Copenhagen Card lohnt sich schnell, wenn du mehrere Sehenswürdigkeiten besuchen und die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen möchtest.
Indre By und Nyhavn: das historische Herz
Der Kanal von Nyhavn mit seinen bunten Fassaden ist das offizielle Postkartenmotiv der Stadt. Hans Christian Andersen lebte hier an drei verschiedenen Adressen und verfasste einige seiner berühmtesten Märchen. Sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, füllen sich die Terrassen entlang des Kais, doch die Qualität der Gastronomie hat unter dem Touristenansturm gelitten.
Nur wenige Schritte entfernt beherbergt das Schloss Rosenborg die dänischen Kronjuwelen in einem Renaissance-Bau, der von den Königs-Gärten umgeben ist. Der Rundgang durch die königlichen Gemächer offenbart drei Jahrhunderte monarchischer Geschichte. Etwas weiter bietet der palais d'Amalienborg jeden Tag um 12:00 Uhr die Wachablösung der königlichen Garde.
Geheimtipp: Um dem Trubel von Nyhavn zu entkommen, schlendere durch die Straße Magstræde. Sie ist eine der ältesten und fotogensten Gassen der Stadt, mit Fachwerkbauten und farbenfrohen Fassaden, in denen man kaum einem Touristen begegnet.
Christianshavn und Christiania: der freie Geist
Auf der anderen Seite des Kanals erinnert Christianshavn mit seinen Hausbooten und schmalen Giebelhäusern an Amsterdam. Die Erlöserkirche überragt das Viertel. Ihre äußere Wendeltreppe führt bis zur Spitze des Glockenturms und bietet den besten Panoramablick über die Stadt. Vorsicht: Die 400 Stufen werden nach oben hin recht schwindelerregend.
Christiania, die berühmte selbstverwaltete Freistadt, besetzt seit 1971 eine ehemalige Militärkaserne. Im Jahr 2024 rissen die Bewohner symbolisch das Kopfsteinpflaster der Pusher Street auf, um das Ende des Drogenhandels zu markieren, der das Viertel lange belastete. Heute zieht es Besucher wegen der alternativen Atmosphäre, der Künstlerateliers, der eigenwilligen Bauten und des vegetarischen Restaurants Morgenstedet an, einer Gemeinschaftskantine, in der man für sein Essen nach Gewicht zahlt.
Nørrebro und Vesterbro: das trendige Kopenhagen
Nørrebro vereint die kulturelle Vielfalt der Stadt. In der Straße Jægersborggade, die einst einen schlechten Ruf hatte, finden sich heute Keramikwerkstätten, unabhängige Kaffeeröstereien und handgemachte Eisdielen. Der Friedhof Assistens, auf dem Hans Christian Andersen und der Philosoph Søren Kierkegaard begraben liegen, dient den Einheimischen als öffentlicher Park für Picknicks zwischen den Grabsteinen.
Vesterbro, das ehemalige Rotlichtviertel, hat sich zum Hipster-Epizentrum gewandelt. Im Meatpacking District finden sich in den alten Schlachthöfen trendige Restaurants, Galerien und Bars. Bei War Pigs gibt es Craft-Bier und texanisches Barbecue in rockiger Atmosphäre. Weiter südlich bleibt der Innenhof von BaneGaarden ein gut gehütetes Geheimnis der Kopenhagener.
Geheimtipp: Das neue Viertel Nordhavn, das durch die 2024 eröffnete Erweiterung der Metrolinie M4 erreichbar ist, ist einen Abstecher für seine nachhaltige Architektur und die umgebauten alten Lagerhäuser direkt am Wasser wert.
Besonderheiten, die du nicht verpassen solltest
Die Six Forgotten Giants des Künstlers Thomas Dambo sind in den Wäldern und Parks am Stadtrand versteckt. Diese riesigen Skulpturen aus recyceltem Holz machen die Troll-Suche zu einer urbanen Wanderung. Ein Fahrrad und ein ganzer Tag sind nötig, um alle zu finden.
Der Tivoli, der zweitälteste Freizeitpark der Welt, ist sowohl für seine Gärten als auch für seine Fahrgeschäfte bekannt. Die Weihnachts- und Halloween-Beleuchtung macht einen Besuch auch außerhalb der Hochsaison magisch. Die Markthalle Torvehallerne versammelt lokale Erzeuger und gastronomische Stände unter zwei gläsernen Pavillons.
Wo kann man in Kopenhagen essen und trinken?
Die dänische Kulinarik hat einen riesigen Sprung gemacht, seit das Noma die nordische Küche revolutioniert hat. Smørrebrød, die belegten Roggenbrote mit eingelegtem Hering, Räucherlachs oder Roastbeef, bleiben das Nationalgericht. Probiere sie bei Aamanns Etablissement für eine gehobene Variante. Die Wienerbrød, Blätterteiggebäck mit Apfel oder Creme, begleiten den Morgenkaffee.
Für den schnellen Hunger empfiehlt sich Reffen in Refshaleøen, ein Street-Food-Markt in alten Hafenhallen. Die Preise sind hier moderater als im Stadtzentrum. Das Restaurant Cofoco in Vesterbro bietet moderne dänische Küche zu fairen Preisen in einer perfekten Hygge-Atmosphäre mit Kerzen, viel Holz und großen Gemeinschaftstischen.
Wo übernachtet man in Kopenhagen und Umgebung?
Das Viertel Vesterbro nahe dem Hauptbahnhof bietet das beste Verhältnis zwischen Erreichbarkeit und lokaler Atmosphäre. Nørrebro eignet sich für Reisende, die es authentischer mögen, mit günstigeren Optionen, aber einem längeren Fahrtweg ins Zentrum. In Indre By sind alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar, doch die Preise ziehen schnell an.
Preisbewusste Reisende werden das Konzept der Kapselhotels wie das CityHub oder die zahlreichen Design-Hostels in der Hauptstadt schätzen. Im Luxussegment verkörpert das Hôtel d'Angleterre gegenüber von Nyhavn seit 1755 dänische Eleganz.
Wie erreicht man Kopenhagen und wie bewegt man sich fort?
Der Flughafen Kastrup liegt nur 15 Minuten mit der Metro oder dem Zug vom Stadtzentrum entfernt. Es gibt täglich mehrere Direktverbindungen von verschiedenen deutschen Städten. Von Schweden aus gelangt man über die Øresundbrücke in 30 Minuten mit dem Zug nach Malmö.
Vor Ort ist das Fahrrad der Chef: Über 400 Kilometer Radwege durchziehen die Stadt. Die Miete kostet etwa 100 DKK pro Tag. Die Metro fährt rund um die Uhr, was praktisch für nächtliche Ausflüge ist. Die Copenhagen Card beinhaltet unbegrenzte Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und Eintritt in über 80 Attraktionen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Monate Mai, Juni und September bieten den besten Kompromiss aus angenehmem Wetter, langen Tagen und moderatem Besucherandrang. Der Sommer erreicht im August mit dem Copenhagen Jazz Festival seinen Höhepunkt, zieht aber auch viele Menschen an. Der Winter verwandelt die Stadt dank der Weihnachtsmärkte und der Beleuchtung im Tivoli in ein Hygge-Gemälde, allerdings bieten die Tage dann nur sieben Stunden Tageslicht.
Ich für meinen Teil habe die Stadt Kopenhagen sehr gemocht. Die typischen bunten Häuser, die friedliche Atmosphäre und die vielen Sehenswürdigkeiten machen sie zu einer sehr angenehmen Stadt. Einziger kleiner Minuspunkt ist die Kostenseite. Alles ist teuer, besonders das Essen und die Restaurants. Das sollte man berücksichtigen, bevor man dort hinfährt.