Ajman besuchen: Das bescheidene Emirat mit dem gewissen Etwas
Der Duft von gegrilltem Fisch vermischt sich mit Weihrauch im kleinen Souk d'Al Nuaimiya, während die hölzernen Dhaus im orangefarbenen Licht der Abenddämmerung in den Hafen zurückkehren. Eingeklemmt zwischen Sharjah und Umm Al Quwain, bewahrt das kleinste der sieben Emirate einen fast altmodischen Charme, der einen angenehmen Kontrast zur hektischen Betriebsamkeit seiner großen Nachbarn bildet.Der perfekte Zwischenstopp für Reisende, die es authentisch mögen
Wer auf der Suche nach spektakulären Rekordbauten und glitzernden Attraktionen ist, wird in Ajman nicht fündig. Das Mikro-Emirat mit einer Fläche von 259 km² richtet sich an Reisende, die die Emirate noch vor dem Öl-Boom erleben möchten, an Familien, die entspannte Strände schätzen, und an preisbewusste Urlauber, die eine Unterkunft nur 30 Minuten von Dubai entfernt suchen. Ein Tag reicht aus, um alles zu sehen, doch die entspannte Atmosphäre lädt dazu ein, einfach mal innezuhalten. Luxus-Shopper und Nachtschwärmer werden sich hier eher langweilen. Das Emirat schläft früh, in den Restaurants gibt es bodenständige Küche und das Freizeitangebot konzentriert sich auf Strandbesuche und Spaziergänge durch den alten Stadtkern.Das historische Zentrum: Zwischen Jahrhunderte altem Fort und traditionellen Dhaus
Das Fort d'Ajman aus dem Jahr 1775 überragt mit seinen ockerfarbenen Mauern das kleine Zentrum. Heute beherbergt es ein Museum, das die Geschichte des Fürstentums als einstiger Stützpunkt für Fischer und Perlenhändler durch detailgetreue Nachbildungen und historische Exponate lebendig werden lässt. Der Besuch lässt sich wunderbar mit einem Bummel über den angrenzenden traditionellen Souk verbinden, wo in entspannter Umgebung noch Gewürze, Datteln und Stoffe feilgeboten werden. Das eigentliche Spektakel findet jedoch am Fischereihafen statt, wenn die farbenfrohen Dhaus ihren Fang an Land bringen. Das Treiben beginnt noch vor der Morgendämmerung und erreicht gegen 7:00 Uhr seinen Höhepunkt, wenn die Händler ihre Ware direkt an der corniche Sheikh Rashid auslegen.Ein kleiner Tipp: Sei gegen 6:30 Uhr am Hafen, um den Fischern beim Anlegen zuzusehen. Du kannst den frischen Fang direkt vom Boot kaufen. Die Preise sind unschlagbar und die Stimmung ist ein Erlebnis.
Die Strände: Goldener Sand und garantierte Ruhe
Die plage publique d'Ajman erstreckt sich über 16 Kilometer feinen Sand entlang des Persischen Golfs. Im Gegensatz zu den überlaufenen Stränden in Dubai bleibt es hier selbst in der Hochsaison angenehm ruhig. Einheimische Familien machen es sich unter den Dattelpalmen gemütlich, während Expats die Bereiche mit Duschen und kleinen Cafés nutzen. Für mehr Privatsphäre empfiehlt sich der nördliche Abschnitt beim Hotel Ajman Saray, wo der Strand etwas naturbelassener wirkt. Wassersportler finden im Jachthafen Möglichkeiten, Jetskis zu mieten oder an Bootsausflügen teilzunehmen.Ein kleiner Tipp: Meide die Wochenenden, wenn die Familien aus den umliegenden Emiraten zum Strand strömen. Vormittage unter der Woche sind ideal, um den Strand fast für dich allein zu haben.
Mangroven und Hinterland: Natur pur direkt vor der Tür
Das Naturschutzgebiet von Masfout, eine Enklave von Ajman in den Bergen von Hatta, bietet nach etwa 90 Minuten Fahrt eine völlig andere Welt. Die kargen Landschaften mit ihren Oasen und traditionellen Dörfern erinnern an die arabische Welt vergangener Zeiten. Wanderfreunde finden hier markierte Pfade mit Ausblicken auf Wadis und rote Sandsteinfelsen. Näher gelegen ist die Lagune von Khor Ajman mit ihrem kleinen Mangrovenwald, der Flamingos und Reihern als Lebensraum dient. Ein zwei Kilometer langer Fußweg erlaubt es, die Tierwelt aus der Nähe zu beobachten, ohne sie zu stören.Ein kleiner Tipp: Miete für den Ausflug nach Masfout einen Geländewagen und nimm ausreichend Wasser mit. In den Bergdörfern gibt es authentischen arabischen Kaffee und eine sprichwörtliche Gastfreundschaft.