Französisch-Guayana auf einen Blick
Französisch-Guayana ist ein französisches Übersee-Département am anderen Ende des Atlantiks, mitten in Südamerika. Das riesige Gebiet ist zu 95 Prozent von dichtem Dschungel bedeckt und beheimatet eines der größten Naturschutzgebiete der Welt. Wer hierher reist, sucht das Abenteuer in einer unberührten Natur.
Cayenne und der legendäre Karneval
Das Land bietet Reisenden vielfältige Eindrücke. Die meisten beginnen ihre Reise in der Hauptstadt Cayenne. Die Stadt besticht durch ihren lebendigen, fast schon südländischen Charme und eine tief verwurzelte kulturelle Identität. Die kreolischen Häuser mit ihren bunten Fassaden und die von Mangroven gesäumten Strände sind ein echter Hingucker. In Cayenne findet auch der berühmte carnaval de Guyane statt, der sich über zwei ganze Monate erstreckt. Der maskierte Tanzball gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO, vor allem wegen seiner einzigartigen kreolischen Wurzeln. Die Touloulous, Frauen in prachtvollen Kostümen, sind die prägenden Figuren dieses Festes.
Mit dem Einbaum durch Dschungel und Sumpf
Die Natur gibt in Französisch-Guayana den Ton an. Eine der besten Arten, sie zu erleben, ist eine Fahrt mit dem Pirogue-Einbaum auf dem fleuve Maroni. Dieser Wasserweg ist die Lebensader der Region und verbindet abgelegene Siedlungen tief im Dschungel miteinander. Unterwegs lernst du die dort lebenden ethnischen Gruppen in ihren kleinen, zwischen den Bäumen versteckten Dörfern kennen. Wenn du die Tier- und Pflanzenwelt aus nächster Nähe beobachten möchtest, solltest du einen Ausflug in die marais de Kaw einplanen. Dieses riesige Feuchtgebiet, das größte dieser Art in Frankreich, ist das Revier von Kaimanen und zahlreichen Vogelarten. Auch die région de Sinnamary eignet sich hervorragend für Erkundungstouren, besonders mit dem Kajak oder dem Einbaum im Mündungsgebiet.
Die Îles du Salut und die Raumfahrt
Wer das Meer sucht, findet auf den îles du Salut Sonne und frische Meeresbrise. Heute bilden die Île Royale, die Île du Diable und die Île Saint-Joseph ein idyllisches Archipel, doch früher hatten sie einen düsteren Ruf. Wegen der gefährlichen Strömungen, die Boote zum Kentern brachten, nannte man sie einst die Teufelsinseln. Wenn dich die Geschichte des Landes interessiert, ist Saint-Laurent-du-Maroni ein Muss, eine ehemalige Stadt, die einst von Strafgefangenen aus dem französischen Mutterland erbaut wurde. Ebenfalls sehenswert ist das Centre spatial de Kourou, das weltweit für die Starts der europäischen Ariane-Raketen bekannt ist. Mit etwas Glück erlebst du einen Raketenstart live vor Ort, ein beeindruckendes Erlebnis.
Die beste Reisezeit
Die idealen Monate für eine Reise nach Französisch-Guayana liegen in der Trockenzeit zwischen Mitte August und Mitte November. Besonders im September und Oktober genießt du das meiste Sonnenlicht. Januar und Februar sind hingegen die richtige Wahl, wenn du in das bunte Treiben des Karnevals eintauchen möchtest. Wer die Eiablage der Lederschildkröten beobachten will, sollte die Zeit von April bis Juni einplanen.
Anreise
Ein Direktflug von Paris nach Cayenne dauert etwa 9 Stunden und kostet zwischen 500 und 600 Euro. Es bestehen zudem regelmäßige Flugverbindungen von Guadeloupe, Martinique oder den USA aus.