Simbabwe auf einen Blick
Simbabwe steht bei vielen Reisenden noch nicht auf dem Plan, oft aufgrund der politischen Geschichte. Dabei bietet das Land, das zwischen Namibia und Botswana liegt, eine beeindruckende Vielfalt. Ganze 13 Prozent des Staatsgebiets bestehen aus geschützten Wildparks und Naturreservaten.
Afrikanische Metropole und legendäre Wasserfälle
Die meisten Reisen beginnen in der Hauptstadt Harare. Die Stadt ist mit ihrem lebhaften Treiben, den Parks und Museen einen Besuch von ein oder zwei Tagen wert. Besonders markant sind die Jacaranda-Bäume, die die Straßen mit ihren violetten Blüten säumen. Sehenswert sind die National Gallery mit ihren Ausstellungen afrikanischer Kunst und die Harare Gardens, eine grüne Oase mit einem kleinen tropischen Waldstück. Sei nachts jedoch vorsichtig und meide einsame Gegenden. Das absolute Highlight des Landes sind die Victoria-Fälle. Ein Spaziergang entlang der tosenden Wassermassen ist ein Erlebnis, das man nicht vergisst. Pro Sekunde stürzen 550.000 Kubikmeter Wasser in die 100 Meter tiefer gelegenen Schluchten des Sambesi. Mit etwas Glück lassen sich in der Umgebung Elefanten, Löwen und Flusspferde beobachten.
Auf den Spuren der Geschichte
Das Land bewahrt mit dem Great Zimbabwe National Monument ein kulturelles und historisches Erbe von unschätzbarem Wert. Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert war dies die größte mittelalterliche Stadt im subsaharischen Afrika. Die gewaltigen Granitmauern des Unesco-Welterbes zeugen eindrucksvoll von der einstigen Macht der Bantuzivilisation. Ein weiterer historisch bedeutender Ort ist die Stätte Khami, die das Unesco-Erbe von Great Zimbabwe zeitlich fortsetzt. Wer dorthin gelangen möchte, kann ab Bulawayo das kleine Eisenbahnmuseum, das Train Museum, als Ausgangspunkt nutzen.
Natur in ihrer reinsten Form
Simbabwe ist ein Ziel für Naturliebhaber, die weite Landschaften und eine artenreiche Tierwelt suchen. Der Hwange National Park ist mit 14.650 Quadratkilometern das größte Schutzgebiet des Landes. Hier leben hunderte Tierarten, darunter Geparden, Paviane, Büffel, Hyänen, Löwen und Antilopen. Schätzungen gehen von 30.000 bis 40.000 Elefanten aus, die dort in freier Wildbahn leben. Auch der Matusadono National Park beheimatet eine beeindruckende Fauna, bekannt ist er vor allem für die Wiederansiedlung der seltenen Spitzmaulnashörner. Der Matobo National Park, ebenfalls ein Unesco-Naturerbe, fasziniert durch seine bizarren Felsformationen, die über Jahrtausende durch Erosion geformt wurden.
Reisezeit
Simbabwe kann das ganze Jahr über bereist werden, doch die Trockenzeit ist die beste Wahl. Sie dauert von April bis Oktober und bietet angenehme, milde Temperaturen am Tag. Die Regenzeit von Ende November bis Ende März oder Anfang April bringt hingegen starke Niederschläge und eine oft drückende Hitze mit sich.
Anreise
Direktflüge von Europa nach Harare sind selten. Die meisten Flüge führen über Johannesburg in Südafrika, womit die Gesamtreisezeit meist zwischen 17 und 20 Stunden liegt. Die Preise beginnen bei etwa 600 Euro. Alternativ ist die Einreise mit dem Zug oder Bus aus den Nachbarländern Südafrika, Botswana und Mosambik möglich.