Das ehemalige Saigon gehört für viele Reisende zu den absoluten Höhepunkten in Vietnam. Zwischen traditionellen Wurzeln und permanentem Trubel zeigt sich Ho-Chi-Minh-Stadt extrem facettenreich und überraschend. Wer durch die Straßen zieht, nimmt den Rhythmus dieser Metropole, die von Einheimischen kurz HCMV genannt wird, sofort intensiv wahr.
Die ungeheure Energie der Stadt
Wer zum ersten Mal in Ho-Chi-Minh-Stadt ankommt, staunt vor allem über die riesigen Roller-Schwärme, die sich unaufhaltsam durch den Verkehr wälzen. Das wirtschaftliche Zentrum des Landes gleicht einem permanenten Bienenstock, in dem ständig neue Hochhäuser in den Himmel wachsen. Das Landmark 81 ragt als höchstes Gebäude 461 Meter empor, die Bitexco Financial Tower erreicht 262 Meter, während die tour Saigon One bis heute unvollendet geblieben ist. Das Preis- und Wohlstandsniveau liegt hier spürbar höher als im übrigen Land, was sich in einer lebendigen Restaurant- und Bar-Szene bemerkbar macht. Ein Drink auf einer der Rooftop-Bars gehört zu den besten Gelegenheiten, um das pulsierende Treiben von oben zu beobachten.
Das authentische Ho-Chi-Minh-Stadt
Hinter glänzenden Malls und modernen Tech-Boutiquen verbirgt sich jedoch ein ganz anderes, traditionelleres Ho-Chi-Minh-Stadt, das seine alten Tempel und Pagoden bewahrt hat. Besonders greifbar ist diese Atmosphäre auf dem marché Bến Thành, der bereits seit dem 17. Jahrhundert existiert. An den bunten Ständen probierst du lokale Spezialitäten für kleines Geld. Ein Streifzug durch die Straßen lohnt sich mit offenen Augen, um das Alltagsleben zu beobachten: Straßenverkäufer, Büroangestellte und Menschen, die direkt auf dem Gehweg eine Partie Mahjong spielen. Absolute Ruhe und Spiritualität findest du anschließend in der pagode de l'Empereur de Jade. Auch der Besuch einer religiösen Zeremonie im Grand Temple caodaïste de Tay Ninh, rund 100 Kilometer nordwestlich, hinterlässt bleibende Eindrücke.
Deutliche Spuren der Kolonialzeit
Ho-Chi-Minh-Stadt ist stark von seiner kolonialen Vergangenheit geprägt. Das Zentrum des alten Saigon wurde im 19. Jahrhundert von den Franzosen am Reißbrett entworfen. Das sogenannte kleine Paris des Fernen Ostens bewahrt bis heute zahlreiche Bauwerke aus dieser Epoche, darunter den Palast de la Réunification, die Hauptpost, das ehemalige Rathaus sowie das Opernhaus. Die großen Hotels an der avenue Nguyễn Huệ strahlen noch immer eine gewisse imperiale Eleganz aus. Die cathédrale de Notre-Dame de Saigon wiederum verbindet neoromanische und neugotische Stilelemente miteinander.
Die beste Reisezeit
Für eine Reise nach Ho-Chi-Minh-Stadt empfiehlt sich die trockene Periode von Dezember bis März mit sehr geringen Niederschlägen. Im Februar erlebst du das traditionelle Tet-Fest hautnah, während im März ein ungewöhnliches Rikscharen-Rennen stattfindet.
Anreise
Ho-Chi-Minh-Stadt verfügt über einen eigenen internationalen Flughafen, den Tan Son Nhat Airport. Für den Flug von europäischen Drehkreuzen wie Paris zahlst du im Schnitt 500 bis 600 €*, bei einer Flugzeit von rund 12 Stunden auf dem Hinweg und 13 Stunden auf dem Rückweg.