Besuch der Scuola Grande di San Rocco
Der Ursprung der Scuole
Im Mittelalter waren die Scuole in der Republik Venedig eine feste Institution. Dabei handelte es sich um religiöse Laienbruderschaften, die in vier verschiedene Gruppen mit jeweils klaren Aufgaben unterteilt waren. Die bedeutendsten unter ihnen widmeten sich der Wohltätigkeit und spielten eine zentrale Rolle im städtischen Leben. Mächtige Familien demonstrierten ihren Status, indem sie die prunkvolle Ausstattung dieser Gebäude finanzierten. So entstanden Kunstwerke, die heute als bedeutende Zeugnisse der Kunstgeschichte gelten. Die Scuola Grande di San Rocco zählte zu den wohlhabendsten dieser Bruderschaften. Sie liegt im Sektor San Polo und ist heute dank der beeindruckenden Gemälde des Tintoretto die meistbesuchte Einrichtung dieser Art in Venedig. Der Künstler arbeitete über einen Zeitraum von 20 Jahren an der Ausgestaltung der Räumlichkeiten.Warum das Prädikat Grande
Schon die Fassade zeugt von architektonischem Reichtum, bei dem jedes Detail auf Opulenz ausgerichtet ist. Mit ihrem Mix aus farbigem Marmor, Säulen und großen Fensterfronten ist die Scuola Grande di San Rocco ein Juwel der Renaissance. Die Bruderschaft wurde 1478 unter dem Schutz des Heiligen Rochus gegründet, doch erst eine Pestepidemie verhalf ihr zu ihrem hohen Ansehen. Da der Heilige als Fürbitter gegen diese Krankheit angerufen wurde, stieg die Bedeutung der Scuola mit dem Erwerb seiner Reliquie enorm an, wodurch sie den Status Grande erhielt. Die künstlerische Ausgestaltung wurde daraufhin zu einer Prestigesache, und der Tintoretto widmete einen Großteil seines Lebens der Aufgabe, diese Räume zu veredeln.Kunst, die den Blick nach oben lenkt
Bereits im Erdgeschoss beeindrucken die monumentalen Gemälde, die zu den letzten Arbeiten des Künstlers zählen und eher klassische Themen aufgreifen. Die Sala Capitolare im ersten Obergeschoss ist jedoch schlichtweg meisterhaft. Sie erstreckt sich über eine Länge von 44 Metern, wobei der Marmorboden mit den Wand- und Deckenfresken um die Aufmerksamkeit der Besucher wetteifert. Die Holzschnitzereien und Vergoldungen unterstreichen die biblischen Szenen zusätzlich. In der Sala dell'Albergo befindet sich die monumentale Crucifixion (Kreuzigung), die mit ihren 12 Metern Breite und 5 Metern Höhe nahezu eine ganze Wand einnimmt. Insgesamt beherbergt das bestens erhaltene Gebäude mehr als 60 außergewöhnliche Gemälde. Die Pracht ist derart überwältigend, dass Besucher oft einen Spiegel zur Hand nehmen, um die Details an der Decke entspannt betrachten zu können.Öffnungszeiten
| Montag | 09:30-17:30 |
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| Dienstag | 09:30-17:30 |
| Mittwoch | 09:30-17:30 |
| Donnerstag | 09:30-17:30 |
| Freitag | 09:30-17:30 |
| Samstag | 09:30-17:30 |
| Sonntag | 09:30-17:30 |
Dernière entrée à 17h.
Eine Scuola zu besuchen lohnt sich wirklich. Davon gibt es in Venedig übrigens einige, man hat also die Qual der Wahl. Manche sind so riesig, dass man ihre bemalten Decken kaum bewundern kann, ohne am nächsten Tag mit starken Nackenschmerzen aufzuwachen (das meine ich ernst). Glücklicherweise sind sich die Verantwortlichen dieser Scuole dieses Problems bewusst und bieten den Besuchern die Möglichkeit, sich für die Dauer der Besichtigung einen Spiegel auszuleihen... Da musste man erst mal drauf kommen!