Gendarmenmarkt, der wohl eleganteste Platz Berlins
An einem Wintermorgen, wenn der Nebel noch die kupfernen Dächer des Konzerthaus berührt und das Licht die Fassaden der beiden Dome in einen goldenen Ton taucht, offenbart der Gendarmenmarkt etwas, das in einer Großstadt selten ist: eine beinahe vollkommene architektonische Harmonie. Das Ensemble wirkt schlicht, ausgewogen und kommt ganz ohne unnötige Schnörkel aus.
Warum einen Besuch einplanen?
Die Anlage geht auf Friedrich II. zurück, der im 18. Jahrhundert zwei symmetrische Kirchen errichten ließ, die eine Konzerthalle einrahmen. Der Deutscher Dom im Süden und der Französischer Dom im Norden stehen sich mit fast mathematischer Präzision gegenüber. Letzterer bewahrt das Erbe der französischen Hugenotten, die nach der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 aus Frankreich flohen und in Preußen eine neue Heimat fanden. Ihr Einfluss auf Berlin ist bis heute spürbar, und das Museum im Turm des Französischer Dom zeichnet diese Geschichte nach.
In der Mitte thront das 1871 eingeweihte Denkmal von Friedrich Schiller. Es ist ein guter Orientierungspunkt und ein natürlicher Treffpunkt, um den Platz in seiner Gesamtheit auf sich wirken zu lassen.
Architektur im Detail
Das Konzerthaus Berlin, ehemals Schauspielhaus, ist ein Entwurf von Karl Friedrich Schinkel. Es wurde 1821 vollendet und nach dem Zweiten Weltkrieg originalgetreu wiederaufgebaut. Die Fassade mit ihren ionischen Säulen und die monumentale Freitreppe machen es zu einem der gelungensten Beispiele des preußischen Klassizismus. Falls du die Gelegenheit hast, ein Konzert zu besuchen, wirst du sehen, dass der Innenraum dem äußeren Versprechen in nichts nachsteht.
Der Turm des Französischer Dom ist für Besucher geöffnet. Vom Gipfel aus ist der Blick über Unter den Linden und die Dächer von Mitte besonders am späten Nachmittag lohnenswert.
Geheimtipp: Besuche den Turm des Französischer Dom unter der Woche am Vormittag, um den größten Andrang zu vermeiden. Der Eintritt kostet eine kleine Gebühr, meist etwa 3 bis 5 Euro. Oben angekommen, rahmen die schmalen Fenster den Platz je nach Ausrichtung unterschiedlich ein. Auf der Westseite hast du das Konzerthaus direkt im Blick.
Der Gendarmenmarkt im Wandel der Jahreszeiten
Im Sommer laden die Außenterrassen der Restaurants zum Verweilen ein und abends herrscht reges Treiben. Im Dezember gehört der Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt zu den beliebtesten Adressen der Stadt. Er kostet Eintritt, besticht aber durch ein hochwertiges Angebot und die einmalige Kulisse unter der winterlichen Beleuchtung.
Vorteile
- Seltene architektonische Einheit für einen großen europäischen Platz
- Drei bedeutende Sehenswürdigkeiten an einem Ort
- Einer der schönsten Weihnachtsmärkte Berlins
- Aussicht vom Turm des Französischer Dom
Nachteile
- Sehr belebt in der Hochsaison und während des Weihnachtsmarkts
- Die umliegenden Restaurants sind deutlich teurer als der Berliner Durchschnitt
- Dichter Verkehr in den Nebenstraßen, was das Flanieren außerhalb des Platzes weniger gemütlich macht
Öffnungszeiten
Der Platz ist jederzeit frei zugänglich. Der Turm vom Französischen Dom ist in der Regel von Dienstag bis Sonntag zwischen 12:00 und 17:00 Uhr geöffnet (die Zeiten variieren je nach Saison, bitte überprüfe den offiziellen Internetauftritt). Das Konzerthaus Berlin öffnet seine Türen gemäß dem aktuellen Konzertprogramm.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane 30 bis 45 Minuten ein, um den Platz zu überqueren, die drei Bauwerke zu betrachten und eine kleine Pause einzulegen. Rechne weitere 45 Minuten dazu, wenn du den Turm des Französischen Doms besteigen oder sein Museum besuchen möchtest.
Dieser Platz, der sich im Zentrum von Berlin befindet, ist einer der schönsten der Stadt. Er ist von großartigen Monumenten umgeben, darunter zwei prächtige Kirchen und Tempel. Es ist außerdem ein sehr belebter Ort, an dem immer etwas los ist. Er ist ein absolutes Muss, wenn man Berlin besucht.