Boudhanath, der weiße Riese mit den allsehenden Augen
Die Augen Buddhas beobachten dich von allen Seiten. Auf die vier Seiten des goldenen Aufbaus über der massiven weißen Kuppel gemalt, verfolgen sie deinen Weg rund um den Stupa von Boudhanath. Die Luft vibriert vom leisen Murmeln der Mantras, dem Knarren der 147 Gebetsmühlen, die von den Gläubigen gedreht werden, und dem intensiven Duft von tibetischem Räucherwerk, das hier unaufhörlich glimmt.
Mit einer Höhe von 36 Metern zählt dieser Koloss zu den größten sphärischen Stupas der Welt. Seit 1979 erkennt die UNESCO seine außergewöhnliche Bedeutung als spirituelles Zentrum des tibetischen Buddhismus außerhalb Tibets an.
Warum Boudhanath ein Muss in Kathmandu bleibt
Das im 5. Jahrhundert unter der Herrschaft von König Manadeva aus der Licchavi-Dynastie errichtete Heiligtum beherbergt der Legende nach die Reliquien von Buddha Kassapa. Doch seine Rolle geht weit über die eines historischen Denkmals hinaus. Seit dem tibetischen Exil im Jahr 1959 sind über 50 Klöster rund um den Stupa entstanden und haben das Viertel in ein regelrechtes nepalesisches Klein-Lhasa verwandelt.
Jedes architektonische Element hat eine Bedeutung: Die weiße Kuppel symbolisiert die Erde, der quadratische Turm (harmika) repräsentiert das Feuer mit den allwissenden Augen Buddhas, der 13-stufige Turmaufbau steht für die 13 Stufen zur Erleuchtung und der Sonnenschirm an der Spitze versinnbildlicht die Leere jenseits des Raums. Eine heilige Geometrie in drei Dimensionen.
Das Kora-Ritual und die spirituelle Atmosphäre
Hunderte Menschen vollziehen täglich die kora, die rituelle Umkreisung im Uhrzeigersinn, um spirituelle Verdienste zu sammeln. Mönche in bordeauxroten Gewändern, tibetische Pilger, die ihre Malas mit 108 Perlen durch die Finger gleiten lassen, und respektvolle Besucher folgen demselben gepflasterten Pfad um den Stupa.
Einige Gläubige praktizieren vollständige Niederwerfungen, bei denen sie sich bei jedem Schritt flach auf den Boden legen. Andere drehen unermüdlich die Gebetsmühlen, in die das heilige Mantra "Om Mani Padme Hum" eingraviert ist. Bunte Gebetsfahnen flattern im Wind und sollen die Segenssprüche in alle vier Himmelsrichtungen tragen.
Tipp vom Experten: Komm zum Sonnenaufgang (gegen 5:00 bis 6:00 Uhr) oder in der Abenddämmerung (17:00 bis 19:00 Uhr), um das Erlebnis in seiner reinsten Form zu genießen. Zu diesen Zeiten halten die Mönche ihre gemeinsamen Gebete ab und die Atmosphäre wird besonders eindrucksvoll. Am Abend erleuchten hunderte Butterlampen den Bereich um den Stupa.
Ein lebendiges Viertel jenseits des Denkmals
Der Stupa ist kein Ort, der in der Zeit stehen geblieben ist. Rundherum bieten Straßencafés einen außergewöhnlichen Blick auf die Kuppel und das geschäftige Treiben. Bestelle einen tibetischen Buttertee oder Momos, während das Ballett der Gläubigen unter dir seinen Lauf nimmt.
Die Läden verkaufen Thangkas (religiöse Rollbilder), Klangschalen, Statuen buddhistischer Gottheiten und authentisches tibetisches Kunsthandwerk. Manche Werkstätten bieten sogar Kurse im Malen von Thangkas an. Die tibetischen Restaurants im Viertel servieren in gemütlicher Atmosphäre exzellente traditionelle Gerichte.
Nutze die Gelegenheit für einen Besuch im Kloster Tamang Gompa direkt gegenüber dem Stupa, das mit einer riesigen Gebetsmühle und einem Balkon mit Blick auf den Vorplatz lockt. Auch mehrere andere Gompas (tibetisch-buddhistische Klöster) öffnen ihre Türen für Besucher, die einen Einblick in die klösterlichen Rituale gewinnen möchten. Kleide dich aus Respekt vor dem heiligen Ort dezent (Schultern und Knie bedeckt).
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Mein Lieblingsort in Kathmandu! Ein so friedlicher Ort. Die weiße Kuppel mit den Augen Buddhas ist faszinierend. Ich empfehle euch, zusammen mit den Einheimischen und den Mönchen drumherum zu spazieren und die Gebetsmühlen zu drehen. Es gibt dort jede Menge Geschäfte und Cafés mit Blick auf den Stupa, wo man sich hinsetzen und diesen Moment der Ruhe genießen kann.