Timișoara besuchen
Timișoara liegt im Westen von Rumänien in der historischen Region Banat und ist die viertgrößte Stadt des Landes. Ihre lange und tiefgreifend multikulturelle Geschichte hat ein beachtliches Erbe hinterlassen, das von prachtvoller Architektur bis hin zu Gotteshäusern verschiedenster Konfessionen reicht. Das Banat gehörte einst zum Königreich Ungarn, stand später unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches, wurde dann von den Habsburgern erobert und schließlich 1918 offiziell an Rumänien angeschlossen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt dank des Bega-Kanals zu einem bedeutenden Handelsplatz mit weltweiten Verbindungen. Bis heute prägt ein Mosaik aus rumänischen, serbischen, ungarischen und deutschen Einflüssen das Stadtbild. Zudem war Timișoara 1989 der Ausgangspunkt für den Widerstand gegen das kommunistische Regime von Ceausescu.
Eine kulturelle Entdeckung in Rumänien
Timișoara wird oft als Klein-Wien bezeichnet, da der Einfluss der österreichisch-ungarischen Monarchie bis heute spürbar ist. Das beste Beispiel dafür ist die Piața Unirii (Platz der Einheit). Die vollständig verkehrsberuhigte Fläche beeindruckt mit markanten Barockbauten wie dem Muzeul de Artă (Kunstmuseum). Ebenfalls sehenswert sind die Pestsäule und die aus Ziegeln erbaute Sankt-Georgs-Kathedrale.
Nur wenige hundert Meter weiter gelangst du zum Piața Victoriei (Siegesplatz), einem baumbestandenen Boulevard, der zum Flanieren einlädt. An den beiden Enden der Prachtstraße stehen zwei Wahrzeichen der Stadt: das Opernhaus, in dem die Revolution gegen die Diktatur ihren Anfang nahm, und die imposante Orthodoxe Kathedrale mit ihrem 83 Meter hohen Glockenturm.
Museen und grüne Oasen
Die erste freie Stadt Rumäniens bietet weit mehr als nur Architektur. Neben dem Muzeul de Artă solltest du das Revolutionsmuseum besuchen, das die Hintergründe und Folgen des Aufstands von 1989 beleuchtet. Wer tiefer in die Geschichte der Region eintauchen möchte, findet im Banater Museum im historischen Castelul Huniade (Hunyadi-Burg) spannende Exponate. Ein Teil der Sammlung ist zudem in der Bastionul Maria Theresia untergebracht, einer beeindruckenden Festungsanlage aus der Zeit der Stadtbefestigung, die heute mit Geschäften und kulturellen Einrichtungen neu belebt wurde. Ein ausgefallener Tipp ist das Museum der kommunistischen Konsumkultur: Es liegt etwas außerhalb, ist aber mit seiner Sammlung von Alltagsgegenständen aus der sozialistischen Ära absolut sehenswert. Im Erdgeschoss befindet sich sogar eine Bar, die dem Besuch eine lebendige Note verleiht.
Das Stadtzentrum wird zudem von zahlreichen Parks aufgelockert, allen voran der berühmte Rosengarten. Er wurde 1928 am Ufer der Bega angelegt und beherbergt heute über 1.200 verschiedene Rosensorten.
Wann ist die beste Reisezeit?
Ein Besuch zwischen Mai und September ist ideal, um das milde Wetter zu genießen und die volle Pracht der blühenden Rosen im Garten zu erleben.
Anreise
Der Flughafen Traian Vuia wird von verschiedenen Linien angeflogen und liegt nur knapp zehn Kilometer vom Zentrum entfernt. Innerhalb Rumäniens ist Timișoara gut an den Zugverkehr angebunden. Zudem gibt es Busverbindungen, die Timișoara in etwa fünf Stunden mit Budapest in Ungarn verbinden.
Timisoara ist als Zentrum der rumänischen Kunst und Kultur bekannt und hat viel Charme. Künstlerisch ist dort richtig viel los und es lohnt sich, einen Abstecher dorthin zu machen, um einen anderen Eindruck vom Land zu bekommen.