Eine Freundin von mir kommt aus Bukarest, und ich habe schon lange auf die Gelegenheit gewartet, sie in ihre Heimatstadt zu begleiten, um sie mit einer Einheimischen an meiner Seite zu entdecken. Wir haben schließlich das lange Maiwochenende genutzt, nachdem wir uns schon seit Jahren vorgenommen hatten, diesen Trip endlich in die Tat umzusetzen.
Tag 1, Ankunft & Bukarest
Nach einem frühen Start (ein kleiner Wermutstropfen: Günstige Flüge nach Bukarest starten ausschließlich vom Flughafen Beauvais!) landeten wir am Flughafen Bukarest, von wo aus uns ein Bus ins Stadtzentrum brachte.
Auf dem Weg dorthin fiel uns sofort der recht originelle Architekturstil auf. Wir stellten außerdem fest, dass der Arc de Triomphe gerade renoviert wurde und wir ihn daher nicht besichtigen konnten. Wir luden unser Gepäck in einem Apartment ab, das wir mitten im Zentrum gemietet hatten, und machten uns auf, die Stadt zu erkunden.
Natürlich durfte ein Abstecher für ein paar lokale Backwaren nicht fehlen! Wir schlenderten hauptsächlich durch die Altstadt, warfen einen Blick in das Restaurant Caru’ cu Bere (so etwas wie das Pariser Chartier in Bukarest, nur hübscher!), die Stavropoleos-Kirche mit ihrem ganz speziellen rumänischen Stil, die neue, strahlend weiße Buchhandlung und viele weitere bedeutende Gebäude im Zentrum.
Es ist faszinierend, wie Betonbauten direkt neben klassischeren europäischen Gebäuden stehen. Aber mir hat es gefallen! Da es bereits Zeit für einen Aperitif war, ließen wir uns auf einer der vielen Terrassen auf gemütlichen Polsterbänken nieder, um uns von der ganzen Lauferei zu erholen. Danach ließen wir den Tag in einem netten Restaurant mit Grillplatten ausklingen. Man muss unbedingt die mici probieren, eine lokale Spezialität!
Tag 2, Brasov & Bran
Am nächsten Tag hieß es wieder früh aufstehen, denn wir nahmen den Zug nach Brasov.
Es ist ein bezauberndes Städtchen, eingebettet in die Berge. Ein lustiges Detail: Der Name der Stadt ist im Hollywood-Stil oben in den Bergen zu sehen. Wir nahmen uns die Zeit, diesen charmanten Ort zu erkunden, darunter den zentralen Platz (Piata Sfatului), die riesige „Schwarze Kirche“ (Biserica Neagra), die engste Gasse (Strada Sforii) und das Katharinentor (Poarta Ecaterinei), das wie ein kleines Prinzessinnenschloss aussieht.
Nach einem guten Essen in der Sonne und einem kurtoskalacs (lecker!) zum Nachtisch nahmen wir den Bus nach Bran, um das dortige Schloss zu besichtigen, das als Dracula-Schloss bekannt ist. Nun, ich muss eure Illusionen zerstören, so wie meine zerstört wurden: Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass Vlad Tepes jemals in diesem Schloss war. Das liegt eher daran, dass Bram Stokers Beschreibung in seinem Roman ein Schloss in einer Region beschreibt, in der es eigentlich gar keines gibt, und Bran dem Ganze am nächsten kommt…
Aber ob Dracula oder nicht, es ist ein hübsches Schloss, und der Besuch war eine schöne Ergänzung zu Brasov, das man recht schnell gesehen hat. Danach fuhren wir entspannt zurück in die Stadt für ein gutes lokales Abendessen und eine Mütze voll Schlaf.
Tag 3, Bukarest

Wir mussten wieder den Zug nach Bukarest nehmen, also hieß es erneut früh aufstehen! Unser nächstes Hotel befand sich direkt im Herastrau-Park, einem idealen Ort für Familien im Sommer. Nachdem wir einen köstlichen Shawarma bei Dristor (eine Institution in der Stadt!) genossen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Parlamentspalast (Casa Poporului), einem überdimensionierten und ziemlich umstrittenen Gebäude. Es ist dennoch interessant, es zu besichtigen, allein schon wegen seiner schieren Größe und der beeindruckenden Säle.
Am Abend hatten wir Tickets für ein Klavierkonzert im Athenäum (Ateneul Roman) ergattert, einem wunderschönen Konzertsaal. Man kann ihn tagsüber besichtigen, aber ein Konzert dort zu erleben, ist noch viel besser!
Wir beendeten den Abend im Restaurant La Mama, das ich wärmstens empfehlen kann. Ich habe dort köstliche lokale Gerichte gegessen! Die Suppe (ciorba) mit Rindfleisch, ein Tochitura-Gericht und der Nachtisch, von dem ich heute noch träume: Papanasi (eine Art süßer Krapfen mit Frischkäse und Marmelade).
Tag 4, Bukarest & Abreise
Unser letzter geplanter Besuch war das Dorfmuseum (Muzeul National al Satului). Es ist ein Freilichtmuseum, in dem man Häuser, Kirchen, Mühlen usw. findet, die alle typisch rumänisch sind und aus verschiedenen Epochen stammen. Bei schönem Wetter ist das ein sehr angenehmer Besuch, da es ebenfalls im Herastrau-Park liegt.
Nach dem Rundgang konnten wir im Hard Rock Café Bukarest zu Mittag essen, bevor wir die kleine Fähre zurück zum anderen Ufer nahmen, um unser Hotel zu erreichen. Es war schon Zeit für die Abreise!
Fazit
Kurz gesagt, ich habe dieses lange Wochenende in Bukarest und Umgebung sehr genossen.
- Vielleicht, weil ich dadurch die Stadt entdecken konnte, in der meine Freundin einen Großteil ihres Lebens verbracht hat.
- Vielleicht auch, weil mir die rumänische Küche so gut geschmeckt hat.
- Oder weil es dort einfach so viele schöne Dinge zu sehen gibt.
- Vielleicht auch, weil die Region finanziell recht erschwinglich ist.
Aus all diesen Gründen, und weil es dort noch so viel für mich zu entdecken gibt, möchte ich unbedingt eines Tages wieder dorthin zurückkehren!
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